Umbau statt Neubau

Gruppe will alte Wiener WU als „Exempel“ retten

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02.11.2024 06:00

Gegen den geplanten Abriss der alten Wirtschaftsuniversität am Wiener Althahngrund formiert sich Widerstand. Sie soll nach der Vision der „Allianz alte WU“ stattdessen Vorbild für Umbau statt Neubau werden. Alles andere würde zu Wiens Klimaschutz-Bekenntnis auch nicht passen, findet die Initiative.

Wirklich schön finden auch Architekt Martin Hess und seine Mitstreiter von der „Allianz alte WU“ – allesamt Fachleute der Baubranche – die alte Wirtschaftsuniversität am Althahngrund in Wien nicht nicht. Und genau deshalb wollen sie sie erhalten, statt sie wie geplant bis 2030 durch einen einen neu gebauten Bildungscampus zu ersetzen.

“Centre Pompidou der Umbaukultur“ möglich?
Für die Allianz ist es für Wien und die Bundesimmobiliengesellschaft als Eigentümer Zeit, im Klimawandel als Bauherren Verantwortung zu übernehmen. Immerhin verursache ein Neubau rund 600 Kilo pro Quadratmeter, ein Umbau aber nur ein Drittel. Die sogenannte „graue Energie“ – die Klimalast, die in Gebäuden steckt – gehört nach Hess’ Meinung „nicht den Eigentümern der Liegenschaften, sondern der Gesellschaft. Schließlich atmen wir derzeit 420ppm ein.“

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Das Bauwesen ist mit seinem erheblichen Anteil an den Treibhausgasemissionen genau so in der Pflicht wie der Verkehr und andere Sparten. Das wiederum ernst genommen bedeutet nichts weniger als dass wir uns auf Umbau spezialisieren müssen und Abbruch zu vermeiden ist.

Architekt Martin Hess, „Allianz alte WU“

Die Allianz hat schon versucht, mit der Bundesimmobiliengesellschaft ins Gespräch zu kommen, doch je konkreter die Vorschläge für einen Umbau der alten WU würden, desto mehr „wird einem weiteren Austausch freundlich aber bestimmt aus dem Weg gegangen“, erzählt Hess. Anders sieht die Sache bei den Universitätsinstituten – etwa der Boku – aus, die den geplanten neuen Bildungscampus beziehen sollen. Dort stoßen die Argumente der „Allianz alte WU“ auf Interesse und offene Ohren. Hess beobachtet dort schon „einige Unruhe“ wegen der Neubaupläne – und hofft, dass sie zunimmt.

Wenn man für Umbauten denselben Aufwand wie für Neubauten – etwa mit attraktiven Architekturwettbewerben – treiben würde, würden die Resultate nicht nur dem Klima, sondern auch dem Stadtbild guttun, ist Hess überzeugt. Gerade die alte WU sei als „Exempel“ dafür geeignet, weil sie vielen inzwischen als Bausünde gelte. Wenn Wien wolle, könne es aus dem Gebäude ein „Centre Pompidou der Umbaukultur“ machen und damit ein leuchtendes Beispiel für stadtplanerisches Umdenken weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus.

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