Tom Schilling spielt in „Achtsam Morden“ auf Netflix den erfolgreichen Mafia-Anwalt Björn, der nach einem Achtsamkeitskurs zum Mörder wird. Die Serie basiert auf der gleichnamigen Romanreihe von Karsten Dusse. Die „Krone“ sprach mit Schilling über lebensechte Leichenteile, Atemreisen und die Faszination des Bösen.
„Krone“: „Achtsam Morden“ basiert auf der gleichnamigen Romanreihe von Karsten Dusse. Kannten Sie die Bücher vor den Dreharbeiten?
Tom Schilling: Nein, ich habe den ersten Roman der Reihe gelesen, nachdem ich das Drehbuch bekommen hatte. Ich war super begeistert. Schon die ersten zehn Seiten sind der Oberknaller. Ich habe sofort verstanden, warum das Buch so erfolgreich ist. Es war dann auch mein Hauptzugang zur Geschichte. Der Autor ist ja selbst Jurist, Gagschreiber und Achtsamkeits-Fan, er weiß also, wovon er redet.
Warum hat Sie die Rolle des Mörders Björn fasziniert?
Weil Björn ein sehr widersprüchlicher Charakter ist. Es ist faszinierend, jemanden zu spielen, der so moralisch fragwürdig handelt und dem das Publikum aber trotzdem immer sofort verzeiht.
Sie haben sich mit Achtsamkeits-Seminaren auf die Rolle vorbereitet.
Ja, das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Gemeinsam mit einem Teil des Serienteams habe ich eine Atemreise durch den Körper gemacht – unsere Regisseurin ist dabei gleich eingepennt und hat geschnarcht.
Es gibt einige makabre Szenen in der Serie – haben Sie sich vor den ganzen Leichenteilen und dem Blut geekelt?
Nein, ich fand es eher faszinierend, wie kunstfertig unsere Maske das hergestellt hat, mit allen Details. Das bewundere ich sehr.
Können Sie als Vater die Motive von Björn, der oft seine Tochter schützen will, nachvollziehen?
Ich denke, alle, die Kinder haben, können da andocken, dass man zu vielem bereit wäre, um die eigenen Kinder zu schützen.
Was sagt die Serie über unseren Zeitgeist aus?
Ich denke, sie ist symptomatisch für unsere Gesellschaft, in der das Thema Work-Life-Balance immer wichtiger wird und viele Menschen sich fragen: „Was ist wichtig in meinem Leben?“
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