Nachdem zwei Weidmänner von einem Kollegen erschossen wurden – die „Krone“ berichtete ausführlich – ist die Jägerschaft in Oberösterreich fassungslos. Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner habe „so etwas Schreckliches noch nie erlebt.“
„Es ist einfach unfassbar.“ Herbert Sieghartsleitner, oberster Jäger in Oberösterreich, ist der Schock anzumerken. Zwei ermordete Jäger und ein Tatverdächtiger, der ebenfalls seit vielen Jahren als Weidmann aktiv war – diese Nachrichten sind nur schwer zu verdauen. Die ganze Jägerschaft in Oberösterreich ist fassungslos und kann nicht verstehen, wie es zu dieser Tragödie kommen konnte. „Ich bin zutiefst schockiert von den Geschehnissen. Ich habe Bürgermeister Franz Hofer seit Jahren persönlich sehr gut gekannt. Es ist unfassbar, was da gerade passiert ist“, sagt Sieghartsleitner.
Unstimmigkeiten unter Jägern werden mit Kommunikation gelöst
Zu möglichen Motiven oder Hintergründen will er sich allerdings derzeit noch nicht äußern: „Das wäre alles Spekulation, und damit ist niemandem geholfen.“ Außerdem sei ihm über den offenbar seit vielen Jahren schwelenden Konflikt bis zum gestrigen Tag noch nichts bekannt gewesen.
gibt es in Oberösterreich, das sind rund 15 Prozent der österreichischen Jäger. Voraussetzung für das Erlegen von Tieren ist eine gültige Jagdkarte.
„Grundsätzlich ist es aber natürlich so, dass es immer wieder Diskussionen oder Unstimmigkeiten gibt. Aber es wird versucht, das mit sehr viel Kommunikation aus der Welt zu schaffen“, sagt der Landesjägermeister im Gespräch mit der „Krone“. Man versuche immer zu vermitteln, und in den meisten Fällen würde das auch gut funktionieren.
Ob man im aktuellen Fall früher oder gar anders reagieren hätte sollen, will Sieghartsleiter derzeit auch noch nicht bewerten. „Dazu müssen wir erst einmal abwarten, was die Ermittlungen ergeben“, sagt er. Für Rückschlüsse ist es im Moment einfach noch viel zu früh, sagt Sieghartsleitner.
Strenge Regeln und genaue Vorgaben
Für das Erlegen von Tieren gelten jedenfalls strenge Regeln. Um eine Jagdkarte zu erlangen, sind viele theoretische und praktische Nachweise Voraussetzung. Rund 20.500 Menschen in OÖ sind derzeit im Besitz einer solchen, die am stärksten vertretene Altersgruppe ist die der 51- bis 60-Jährigen. Der Frauenanteil steigt laut Landesjagdverband zwar an, derzeit gibt es aber nur rund 2000 Jägerinnen. OÖ – aufgeteilt in rund 950 Jagdgebiete – gilt wegen des Alpenvorlandes, des Mühlviertels sowie der Flyschzone als besonders beliebte Region für Rehwild.
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