In Tirol soll die Reanimationskette bei Herzstillstand verbessert werden, um deutlich mehr Menschenleben retten zu können. Als österreichweit erstes Bundesland nahm man dafür an der sogenannten „Resuscitation Academy“ teil, informierten Vertreter von Land, Stadt Innsbruck und aus dem Gesundheitsbereich am Montag.
Das Programm umfasst insgesamt zehn Maßnahmen rund um die Teilnahme am Deutschen Reanimationsregister über den Einsatz mechanischer Hilfen durch die Sanitäter vor Ort bis hin zur Einführung von neuen intensivmedizinischen Techniken.
Für die Umsetzung des Maßnahmenprogramms der „Resuscitation Academy“ seien seitens des Landes sowie der Stadt Innsbruck in den vergangenen zwei Jahren insgesamt rund 350.000 Euro investiert worden.
Tirolweite Datensammlung von Reanimationen
Beim Deutschen Reanimationsregister (GRR) handelt es sich um eine Online-Datenbank zur einheitlichen Erfassung von präklinischen Reanimationsdaten, innerklinischen Notfalldaten und Weiterversorgungsdaten von Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand. Nach bereits zehnjähriger Teilnahme des Notarztstützpunkts Innsbruck-Stadt wurde vom Land Tirol nun die Teilnahme aller Tiroler Standorte der Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) und Notarzthubschrauber (NAH) beschlossen.
Aus diesen Daten können die Stärken und Schwächen des Systems allgemein, aber auch bezogen auf jeden einzelnen Stützpunkt, gezogen werden.
Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP)
„Grundlage für Weiterentwicklung“
Dabei sollen auch die Nachversorgungsdaten aus den Krankenanstalten in das Register miteinfließen. „Dies ermöglicht uns erstmals ein vollständiges Bild über die Reanimationssituation in Tirol. Aus diesen Daten können die Stärken und Schwächen des Systems allgemein, aber auch bezogen auf jeden einzelnen Stützpunkt, gezogen werden. Das Register stellt damit die Grundlage für die Weiterentwicklung der Reanimation in Tirol dar“, betont Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP).
Eine weitere Maßnahme ist etwa die Ausstattung der 13 in Tirol stationierten Notarzteinsatzfahrzeuge mit einer mechanischen Reanimationshilfe. Durch diese neue Technologie solle Sicherheit und Effizienz der Reanimation erheblich gesteigert werden. Auch sei die telefonische Anleitung einer Herzdruckmassage durch die Leitstelle Tirol verbessert worden.
Bei einem Herzstillstand verringere sich die Überlebenschance mit jeder Minute um zehn Prozent. Schon nach drei Minuten könnten im Gehirn erste irreversible Schäden entstehen. Durch eine systematische Verbesserung der Reanimationskette soll erreicht werden, „die Überlebenswahrscheinlichkeit eines Herz-Kreislaufstillstandes weiter zu erhöhen“, betont Projektleiter und Chefarzt des Roten Kreuzes Innsbruck, Armin Krösbacher.
„Herzsicherste Stadt im Alpenraum“
Um mehr Bewusstsein für die lebensrettenden Sofortmaßnahmen zu schaffen, wurde bereits im Jahr 2020 die Initiative „HERZsicher Innsbruck“ von der Stadt Innsbruck gemeinsam mit dem Österreichischen Roten Kreuz und den Tirol Kliniken gegründet.
Ziel der Initiative ist es, 100 Leben mehr nach einem Herzstillstand zu retten.

Bürgermeister Johannes Anzengruber
Bild: Christof Birbaumer
Im Fokus standen seither Erste-Hilfe-Kurse und der laufende Ausbau des öffentlichen Defibrillator-Netzes. „Insgesamt sind etwa 200 und davon rund 70 öffentlich zugängliche Defibrillatoren im Stadtgebiet installiert. Zudem haben bereits mehr als 500 Personen im Rahmen der HERZsicher-Initiative ein Reanimationstraining mit Defibrillator-Einsatz absolviert, um im Notfall schnell handeln zu können. Ziel der Initiative ist es, 100 Leben mehr nach einem Herzstillstand zu retten. Damit soll Innsbruck zur herzsichersten Stadt im Alpenraum werden“, so Bürgermeister Johannes Anzengruber.
Das Projekt wird seit Oktober 2023 als „HERZsicher Tirol“ weitergeführt und soll landesweit ausgerollt werden.
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