Helikopter-Hindernis

Tiroler Pilot warnt: “Slacklines werden zur Todesfalle”

Österreich
07.04.2013 10:38
Es sah atemberaubend aus: Hoch über Innsbruck von der Frau Hitt bis zum Klettersteig "spazierte" ein Mann auf einem Seil – ein Profi-Slackliner. Doch diese Aktion war nicht gemeldet. Jochen Tiefengraber (Bild), Pilot des Notarzthubschraubers Christophorus 1, meint dazu: "Slacklines werden für uns zur Todesfalle."

Slacklines – das sind Seile, auf denen Wagemutige balancieren. Waren früher die Sportler meist nur wenige Meter über dem Boden unterwegs, spannen sie heute ihre Seile über Gebäude, Schluchten oder sogar über benachbarte Gipfel.

Dieses Vergnügen kann aber für andere zur Todesfalle werden: Piloten von Hubschraubern, denen ein solches Hindernis nicht bekannt ist. Die Gesetzeslage ist eindeutig: Jedes Seil, das in einer Höhe zehn Meter über Grund gespannt ist, muss der Behörde gemeldet werden. Sie genehmigt es und gibt dann dieses Luftfahrthindernis bekannt. Etwa an die Christophorus-Notarzthubschrauber.

"Bei einer Kollision kommt es ziemlich sicher zum Absturz"
Pilot Tiefengraber, Chef des in Innsbruck stationierten Christophorus 1, sagt: "Derzeit sind in ganz Österreich rund 5.000 solcher Hindernisse gemeldet, in Tirol allein sind es 1.143. Neben fixen Hindernissen wie Seilbahnen oder Heuaufzügen gibt es temporäre Hindernisse – derzeit sind es im Einsatzgebiet von Christophorus 1 genau 14. Wir erfassen die Hindernisse und speichern sie am Computer. Wenn der Pilot in der Früh startet, scheint ein neues Hindernis auf der Anzeige im Cockpit auf und warnt ihn davor. Dafür geben wir rund eine Million Euro aus."

Zu nicht gemeldeten Seilen meint der Pilot: "Solche zu sehen ist für den Piloten eine reine Glückssache. Kollidiert der Helikopter oder die am Tau hängende Rettungsmannschaft mit einer Slackline kommt es fast sicher zum tödlichen Absturz."

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