Der Kampf um die Tabellenführung in der heimischen Eishockey-Liga wurde zur erwartet harten Auseinandersetzung zwischen den Graz 99ers und dem HC Bozen. Die Entscheidung fiel zehn Minuten vor der Schlusssirene.
Die Helme flogen durch die Luft wie die Fäuste der Spieler, die Schläger schlitterten übers Eis. Und so manche Worte, mit denen die Cracks um sich warfen, waren nicht für Kinderohren gedacht. Emotionen pur!
Der Bunker, die geliebte Eishalle der Grazer, brannte. 3024 Fans feierten ihre 99ers. Was für eine Stimmung gestern im Topduell gegen Bozen, das sich auch Sturm-Meistertrainer Christian Ilzer („Mein erstes 99ers-Spiel seit langer Zeit“) vor dem großen Fußball-Derby nicht entgehen ließ.
Der Kapitän musste vom Eis
Die Strafbank (wir schrieben die 32. Minute) musste zu diesem Zeitpunkt schon fast „verlängert“ werden. Denn die oben beschriebene Prügelei hatte Folgen: Gleich alle Spieler, die bei der „Fetzerei“ am Eis standen, mussten anschließend für zwei Minuten in die „Kühlbox“.
Was für minutenlange Diskussionen sorgte und die Gemüter erhitzte. Als „Draufgabe“ musste dann auch Kapitän Holzer nur fünf Minuten später mit einer Spieldauerstrafe endgültig vom Eis.
Chance(n) vertan
Es war ein Spiel, das aus Grazer Sicht perfekt startete. Bereits nach 78 (!) Sekunden brachte Lukas Haudum die Murstädter mit 1:0 in Führung. Doch anstatt den Vorsprung auszubauen, gerieten die 99ers durch Salinitri (9./nach Patzern von Gooch und Goalie Gunnarsson) und Digiacinto (13.) mit 1:2 in Rückstand. Hanisch sorgte zwar noch vor der „Prügeleinheit für den 2:2-Ausgleich (28.).
Graz 99ers – HC Bozen 2:3 (1:2, 1:0, 0:1)
Torfolge: 1:0 (2./PP) Haudum, 1:1 (9.) Salinitri, 1:2 (13.) Digiacinto, 2:2 (28.) Harnisch, 2:3 (50.) Spornberger.
Schüsse: 39 – 31
Strafminuten: 43 – 22
Weiters: Vienna Capitals – VSV 3:4 n. P., Fehervar – Pustertal 6:1, Linz – Ljubljana 4:2, Vorarlberg – Innsbruck 1:2, Asiago – Salzburg 5:1.
Tabellenspitze: 1. Bozen – 21, 2. Graz – 19, 3. Ljubljana – 17, 4. Salzburg – 16, 5. Fehervar – 15, 6. KAC – 15.
Doch Spornberger (50.) machte den Sack für Bozen zu – 3:2. „Bitter“, haderte Michi Schiechl. „Wir haben gut gespielt, das Unterzahlspiel war überragend. Aber wir sind an unserer Chancenauswertung gescheitert. Außerdem haben wir zu viele Strafen kassiert. Genau das wollte Bozen, genau das haben sie ausgenützt.“
Der Fluch hält an
Damit können die 99ers, die zum zweiten Mal in Folge verloren haben, auch Bozen erneut nicht knacken, warten nun seit 969 Tagen auf einen Sieg gegen die Südtiroler. Am Sonntag geht es nach Villach (19.30 Uhr).
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