Viele Beschwerden

Online-Bestellungen: Wenn der Schein trügt

Burgenland
06.10.2024 11:00

Bei der Arbeiterkammer Burgenland häufen sich Beschwerden über vermeintlich „deutsche Shops“, die Kunden in die Irre führen. Gesetzliche Änderungen werden deshalb gefordert.

Aktuell haben die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Burgenland wieder alle Hände voll zu tun. Immer wieder kommen Anfragen wegen Problemen mit Online-Bestellungen aus angeblich „deutschen Shops“. Ein typisches Problem: Nach dem Kauf möchten die Kunden die Ware zurücksenden, doch der Shop gibt keine Rücksendeadresse an und bietet lediglich einen geringen Preisnachlass von 5 Prozent.

Länderkennung kann täuschen
„Für viele ist dies unbefriedigend, besonders wenn das Produkt nicht benötigt wird“, erklärt AK-Konsumentenschutzexpertin Judith Palme-Leeb. In anderen Fällen würde sich zudem herausstellen, dass die Ware nach China zurückgeschickt werden muss – was oft teurer ist, als der Wert des Produkts. Viele Konsumenten gehen nämlich davon aus, dass ein Shop mit der Länderkennung „.de“ seinen Sitz in Deutschland hat. Doch ist das ein Trugschluss, wie Palme-Leeb ausführt. Die Länderkennung einer Webadresse ist nicht an den Standort des Unternehmens gebunden, sondern kann willkürlich gewählt werden. Oft handelt es sich um sogenannte „Dropshipper“, die zwar eine Adresse in der EU angeben, aber Ware direkt aus China versenden. Diese Shops werden besonders häufig über soziale Medien, wie etwa Facebook, beworben.

Zitat Icon

Wir fordern deshalb eine klare rechtliche Regelung, die vor irreführenden Informationen schützt und für mehr Transparenz sorgt.

AK-Konsumentenschutzexpertin Judith Palme-Leeb

Die AK Burgenland fordert deshalb eine klare rechtliche Regelung, die vorschreibt, dass die Länderkennung einer Webadresse auch den tatsächlichen Sitz des Unternehmens widerspiegelt. Dies würde Konsumenten vor irreführenden Informationen schützen und für mehr Transparenz im Online-Handel sorgen.

Gleichzeitig rät man Kunden, vor dem Kauf zu recherchieren, wenn der Shop nicht bekannt ist – etwa nach Erfahrungsberichten suchen. Ebenso sollten keine Zahlungen per Vorauskasse getätigt werden. Die AK bietet am 12. Oktober ab 18.30 Uhr auch ein Webinar zum Thema „Sicheres Online-Shopping“ an. Anmeldungen: bgld.arbeiterkammer.at

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