Proteste eskalieren

100 Festnahmen nach Messerattacke von Southport

Ausland
01.08.2024 06:59
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach der tödlichen Messerattacke in Southport ist ein Protest britischer Ultranationalisten nahe dem Regierungssitz Downing Street eskaliert. Mehr als 100 Menschen wurden bei den Ausschreitungen am Mittwoch festgenommen. Ein Sanitäter und Polizeibeamte wurden leicht verletzt.

In Videso (siehe oben) ist zu sehen, wie es am Mittwoch zu einem Handgemenge zwischen Demonstranten und der Polizei kam. Medienberichten zufolge warfen Randalierer Flaschen und Dosen, aber auch Feuerwerkskörper gegen den Zaun zur Downing Street.

Die Protestaktion stand unter dem Motto „Enough is enough“ (Genug ist genug). Teilnehmer riefen „Rule Britannia“ und forderten in Sprechchören, die Einreise irregulärer Migranten zu stoppen.

Alice Dasilva Aguiar (9), Elsie Dot Stancombe (7) und Bebe King (6)
Alice Dasilva Aguiar (9), Elsie Dot Stancombe (7) und Bebe King (6)(Bild: AFP)

Tat erschüttert Großbritannien 
Laut Polizei steht aber ein 17-Jähriger unter Mordverdacht, der in Großbritannien geboren wurde. Die BBC berichtete, der Teenager sei Sohn ruandischer Eltern und lebe seit mehr als zehn Jahren in der Region Southport. Er soll am Montag drei Mädchen erstochen und acht weitere Kinder sowie zwei Erwachsene teils schwer verletzt haben. Der Tatverdächtige wurde inzwischen wegen dreifachen Mordes und zehnfachen versuchten Mordes angeklagt, wie die Polizei mitteilte.

Der 17-Jährige befindet sich nach Polizeiangaben in Untersuchungshaft und soll an diesem Donnerstag vor Gericht in Liverpool erscheinen.

Rechtsextreme werfen den Behörden vor, die Wahrheit über die Herkunft des mutmaßlichen Täters von Southport zu vertuschen. Falschnachrichten hatten das Gerücht in Umlauf gebracht, es handle sich um einen irregulär eingereisten muslimischen Asylbewerber.

Rechtsextreme werfen den Behörden vor, die Wahrheit über die Herkunft des mutmaßlichen Täters ...
Rechtsextreme werfen den Behörden vor, die Wahrheit über die Herkunft des mutmaßlichen Täters von Southport zu vertuschen.(Bild: AP)
Die Zahl der aufgetauchten Randalierer hat am Dienstagabend rasch zugenommen, sodass die ...
Die Zahl der aufgetauchten Randalierer hat am Dienstagabend rasch zugenommen, sodass die Situation „sehr schnell“ eskaliert sei.(Bild: AP/Jordan Pettitt/PA via AP)
(Bild: APA/AFP/BENJAMIN CREMEL)
(Bild: APA/AFP/BENJAMIN CREMEL)

Eskalation nach Mahnwache
In Southport nördlich von Liverpool hatten bereits am Dienstagabend nach einer friedlichen Mahnwache etwa 200 bis 300 Rechtsextreme randaliert und die Polizei attackiert. Dabei wurden 53 Beamte verletzt, acht davon schwer. Einige Straßen glichen am Mittwoch einem Trümmerfeld, nachdem Randalierer nahe einer Moschee mit Ziegelsteinen, Mistkübeln und Straßenschildern Polizisten attackiert hatten. Ein ausgebrannter Polizeiwagen war zu sehen.

Die britische Regierung verurteilte die Ausschreitungen scharf. Randalierer würden die volle Härte des Gesetzes spüren, kündigten der neue Premierminister Keir Starmer und Innenministerin Yvette Cooper an.

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