Mit ihrer wissenschaftlichen Erkundung des Gender-Wahns hat die steirische Autorin Cordula Simon zuletzt von sich hören gemacht – wir haben berichtet. Nun veröffentlicht sie mit „Mondkälber“ ihren neuen Roman – einmal mehr beschäftigt sie sich darin mit gefühlten Wahrheiten und deren Auswirkung.
Plötzlich ist er da, steht unübersehbar am Nachthimmel: ein zweiter Mond. Woher kommt er? Welche Auswirkungen wird er haben? Und ist er überhaupt echt? Diese Fragen spalten schon bald nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Freundschaft zwischen Irina und Jewgenij, die im Zentrum von Cordula Simons neuem Roman „Mondkälber“ steht.
Ein nicht weiter definiertes „Subjekt“ dient ihr dabei als Erzähler und Beobachter dieser Freundschaft und der immer absurder werdenden Welt. Denn es ist eigentlich egal, ob der zweite Mond nun real ist oder nicht – seine Auswirkungen auf die Welt sind es. Immer surrealer und fabelhafter werden die Episoden, die Simon in „Mondkälber“ aneinanderreiht. Die Grenze zwischen Fakt und Fiktion scheint aufgehoben, jedes Bild, das vor dem Auge des Lesers erscheint, könnte auch ein Trugbild sein.
Nachdem Cordula Simon zuletzt mit „Die Wölfe von Pripyat“ (2022) die Dystopie eines Überwachungsstaates verfasst hat, geht sie nun mit „Mondkälber“ einmal mehr einer brennenden Frage der Gegenwart nach: Was passiert mit der Realität, wenn sie immer mehr von gefühlten Wahrheiten bestimmt wird? Einfache Antworten wird man in diesem düsteren Roman freilich keine finden – aber vielleicht erkennt man zwischen den Zeilen das eigene Spiegelbild.
Cordula Simon, „Mondkälber“, Septime Verlag, 168 Seiten, 22 Euro
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