Mo, 22. Oktober 2018

Bis zu -57 Grad

23.12.2012 17:56

Russland: In einigen Regionen Notstand wegen Mega-Kälte

Beißende Kälte, Dutzende Tote, Chaos im Verkehr: Die heftigsten Dezemberfröste seit 50 Jahren legen derzeit Russland lahm. In Sibirien rät der Zivilschutz von längeren Autofahrten ab - zu groß ist das Risiko, beim Warten auf den Pannendienst in dem dünn besiedelten Gebiet zu erfrieren. Nach offiziellen Angaben wurden bis Sonntag bereits 88 Tote registriert. In einigen Regionen Russlands herrscht bereits der Notstand.

Am meisten zittern die Menschen in der riesigen Teilrepublik Sacha in Sibirien. Dort sinkt das Quecksilber in diesen Tagen örtlich auf bis zu minus 57 Grad. Im äußersten Nordosten des Riesenreiches, in der Stadt Anadyr, verkürzten Geschäfte ihre Öffnungszeiten drastisch. Frauen werden auf Staatskosten von der Arbeit nach Hause gefahren, um längere Aufenthalte im Freien zu vermeiden. Wer schnell in den Supermarkt springt, lässt den Motor wie selbstverständlich laufen - der Wagen würde sonst nicht wieder anspringen.

CO-Vergiftungen erhöhen Opferanzahl dramatisch
Das frostige Wetter hat schon viele Opfer gefordert. 56 Kältetote gibt es nach offiziellen Angaben, nach Ansicht von Experten liegt die Dunkelziffer allerdings deutlich höher. Hunderte liegen mit schweren Erfrierungen in Kliniken.

Mit flaschenweise Wodka wärmen sich nicht nur Obdachlose auf - und erfrieren dann im Schlaf. Hinzu kommt: Jeden Tag sterben Dutzende Menschen an Kohlenmonoxidvergiftungen oder bei Gasexplosionen, weil sie sich an maroden Öfen oder offenen Feuern wärmen wollen. Meist wurden Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten.

Notstand in einigen Regionen ausgerufen
Angesichts des kältesten Dezemberfrosts seit einem halben Jahrhundert wurde in einigen Regionen der Notstand ausgerufen. Im Gebiet Twer zwischen Moskau und St. Petersburg riefen die Behörden Raststätten dazu auf, Benzin- und Lebensmittelvorräte zu überprüfen.

Arzt warnt vor der Flucht ins Warme
Wegen des schweren Frosts planen zahlreiche Russen zu Neujahr die Flucht ins warme Ausland. Doch der oberste Amtsarzt Gennadi Onischtschenko warnt: Aus der Extremkälte in die Extremhitze und zurück verlange dem Körper zu viel ab. Außerdem: "Auf Haiti ist die Cholera ausgebrochen, in einigen afrikanischen Ländern Gelbfieber und in Dubai SARS", meint Onischtschenko. Besser sei es daher, zu Hause zu bleiben. Sein Rezept gegen die Kälte: Ski fahren und viel Schlaf.

Kältewelle in Osteuropa forderte bisher mehr als 200 Tote
Auch das Nachbarland Ukraine jammert über den Winter. Dort erfroren nach Angaben des Gesundheitsministeriums bisher mindestens 83 Menschen. In vielen Regionen des zweitgrößten Flächenlandes Europas verursachten starke Schneefälle und Glatteis seit Tagen zahlreiche Unfälle und Chaos auf den Straßen. In Polen kostete die Kälte nach Polizeiangaben im Dezember 49 Menschen das Leben.

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