Neue Details sind nach dem dramatischen Polizeieinsatz in der Nacht auf Donnerstag in einem Wiener Gemeindebau bekannt geworden: Demnach zielte ein 39-Jähriger mit einem Maschinengewehr-Nachbau auf die von Anrainern alarmierten Einsatzkräfte.
Das Grätzel rund um den Kapaunplatz in Wien-Brigittenau hat eine dramatische Nacht hinter sich. Wie berichtet, hatte am Donnerstagabend ein Gemeindebau-Mieter die alarmierte Polizei mehrmals mit einer Langwaffe bedroht.
Das Unglück nahm gegen 21.40 Uhr seinen Lauf, als Anrainer der mächtigen Wohnhaus-Anlage den Notruf alarmierten. Da soll Hendrik S. – vermutlich betrunken, aber offensichtlich in Rage – im Innenhof mit einem Messer herumgefuchtelt haben.
Als erste Polizeikräfte anrückten, zog sich der Mann in seine Wohnung im dritten Stock zurück. Dort zeigte er sich mit einem Gewehr in der Hand auf seinem Balkon.
Schüsse hallten durch Gemeindebau
Spezialeinheiten bezogen vor der Wohnung des Wieners Stellung. Plötzlich öffnete sich die Tür, und S. zielte mit dem Maschinengewehr – vermutlich ein Nachbau einer AK 47 Kalaschnikow – auf die Beamten. Es fiel ein erster Schuss aus einer Polizeiwaffe, der den Mann allerdings verfehlte.
Daraufhin zog sich der 39-Jährige wieder in seine eigenen vier Wände zurück und verriegelte die Wohnungstür.
Nur Augenblicke später tauchte er abermals auf dem Balkon auf und zielte auf Polizisten, die im Innenhof Stellung bezogen hatten. Dann hallte ein weiterer Schuss durch die laue Sommernacht – diesmal wurde Hendrik S. getroffen.
Seine letzten Schritte machte er zurück ins Wohnzimmer, wo er schließlich zusammensackte.
Sekunden später stürmten Spezialkräfte die Wohnung. Nachdem die Gefahr gebannt war, wurde sofort mit Erste-Hilfe-Maßnahmen begonnen. „Es konnte jedoch nur noch der Tod des Mannes festgestellt werden“, so Polizeisprecher Mattias Schuster.
Umliegende Wohnungen evakuiert
Damit kehrte in der Siedlung jedoch noch längst keine Ruhe ein. Denn in der Wohnung des Angreifers wurden Behältnisse entdeckt, die auf Sprengstoff hindeuten könnten. Also wurden die umliegenden Wohnungen evakuiert – ein Fehlalarm, wie sich später herausstellen sollte.
Ich habe immer noch Herzrasen. Dass so ein Mensch unter uns lebte, hätte ich nicht gedacht. Eigentlich versperre ich nie die Tür, aber jetzt habe ich Angst – und werde es tun.

Yordanka B. wohnt im selben Stockwerk.
Bild: O. Papacek
Erst als die Morgendämmerung einsetzte, konnte der Einsatz beendet werden und die Mieter in ihre Wohnungen zurückkehren. Der Schock in der Siedlung sitzt tief.
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