Einen Tag nach dem nächtlichen Großeinsatz in Wien-Brigittenau, bei dem ein Verdächtiger mit einer Langwaffe auf Polizisten gezielt hatte und kurz darauf erschossen wurde, hat die Polizei nun erste Details zum Tathergang und zur Tatwaffe veröffentlicht.
Donnerstagabend alarmierten zahlreiche Anrainer die Einsatzkräfte, nachdem sie auf der Straße im Bereich des Kapaunplatzes einen mit einem Messer bewaffneten Mann entdeckt hatten. Als die Polizei eintraf, flüchtete der Mann in seine Wohnung im dritten Stock – krone.at berichtete.
Daraufhin versuchten die Polizisten, mit dem Verdächtigen Kontakt aufzunehmen. Da riss er plötzlich die Tür auf und drohte zum ersten Mal mit einer Langwaffe. Zu diesem Zeitpunkt gaben die Einsatzkräfte die ersten Schüsse ab. Der Mann flüchtete erneut in die Wohnung.
Vom Balkon aus dürfte er dann weitere Beamte der Cobra im Innenhof entdeckt haben, sagt Polizeisprecher Matthias Schuster. Dabei richtete er erneut die Waffe gegen die Beamten, die daraufhin weitere Schüsse abgaben. Einer der Schüsse dürfte den Mann laut Polizei getroffen haben.
Tödlicher Schuss kam von außen
Schwer verletzt, verschanzte sich der Verdächtige wieder. Daraufhin stürmten Beamte der EKO Cobra die Wohnung und fanden den Verdächtigen leblos vor. Ein Notarzt konnte nur mehr seinen Tod feststellen. Die Polizei geht davon aus, dass der Schuss, der Richtung Balkon ging, tödlich endete. Die legal besessene Schusswaffe, ein mutmaßlicher Nachbau einer AK47, konnte vor Ort aufgefunden und sichergestellt werden.
Bewohner evakuiert
Bei der Hausdurchsuchung konnte außerdem mutmaßlicher Sprengstoff vorgefunden werden, woraufhin alle benachbarten Wohnungen und deren Bewohner evakuiert werden mussten. Jene Wohnungen, an welchen nach mehrmaligen Klopfen nicht geöffnet wurde, wurden durch die Berufsfeuerwehr Wien geöffnet. Wenig später konnte dann eine konkrete Gefährdungslage durch Sprengstoff ausgeschlossen werden.
Obduktion angeordnet
Die Identität und das Motiv des Verdächtigen sind weiterhin unklar. Die Polizei vermutet jedoch, dass es sich um einen 39-jährigen österreichischen Staatsbürger handelt. Eine Obduktion wurde angeordnet, dabei soll auch festgestellt werden, ob der Bewaffnete durch Alkohol und Drogen beeinträchtigt war. Außerdem ist auch unklar, wie viele Schüsse tatsächlich abgegeben wurden.
Bei dem Großeinsatz waren Beamte der Wega, Cobra, Bereitschaftseinheit sowie der Diensthundeeinheit vor Ort.
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