In Florenz haben sich einige der ältesten Adelsfamilien der italienischen Stadt zusammengeschlossen, um gegen einen Neubau zu protestieren, der anstelle des Stadttheaters errichtet wurde. Das Gebäude entspreche nicht dem renaissancezeitlichen Baustil, heißt es. Die Adeligen fordern jetzt per Petition einen Park.
Florenz habe bereits „Eingriffe mit tiefgreifender Wirkung“ erlitten und werde noch weitere erleiden. Die „historisch gewachsenen und dokumentierten Schichten von Zivilisation und Schönheit“ gingen verloren, teilten die adeligen Bürgerinnen und Bürger mit. Als Beispiel führten sie das acht Hektar große Areal zwischen dem Kongresszentrum Leopolda und dem Park Cascine an, das vor drei Jahren an einen luxemburgischen Fonds verkauft wurde. Das ehemalige Industriegelände soll in ein Viertel mit Luxuswohnungen umgewandelt werden. An dem Projekt beteiligt sich auch die Region Toskana.
Zudem übten sie Kritik an einem Neubau, der anstelle des ehemaligen städtischen Theaters im Zentrum errichtet wurde. Dieser sei ein „unästhetischer Kasten“.
„Wilde Instinkte der Wirtschaft“
Die Mitglieder namhafter Florentiner Adelsfamilien fordern die Bürgermeisterin Sara Funaro jetzt auf, einen Park anstelle der Luxuswohnungen zu errichten. Der Urbanist Roberto Budini Gattai sagte, dass dort Veranstaltungen organisiert werden könnten, um die Plätze der Altstadt zu entlasten. Auf dem Areal seien nicht nur moderne Hallen, die abgerissen werden könnten, sondern auch monumentale Gebäude, die erhaltenswert seien.
„Ohne Freiflächen verliert auch das Gebaute an Wert. Der Kapitalismus ist heute weitaus aggressiver als früher, als ein Teil der Gewinne noch zugunsten der Gemeinschaft umverteilt wurde. Und anders als früher fehlt heute oft die Politik, die in der Lage ist, die wilden Instinkte der Wirtschaft zu zügeln“, sagte Budini Gattai, der als Sprecher der adeligen Protestierenden auftritt. Das Immobilienprojekt sei wichtig, um das Areal aufzuwerten, entgegnete die Bürgermeisterin. „Wir wollen alle Stadtteile immer schöner und lebenswerter machen. Das ist unsere Herausforderung, und wir werden diesen Weg weiterverfolgen“, fügte Funaro hinzu.
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