Weniger Eiszeiten, keine Garderoben: Weil sich die Rahmenbedingungen für den Mödlinger Traditionsverein verschlechtert haben, stellt dieser den Spielbetrieb ein. Eine Petition soll es nun richten.
„Stadtgemeinde sichert Fortbestand des Publikums-Eislaufs“ – Was die Stadt in einer Aussendung als Jubelmeldung verkauft, könnte für den traditionsreichen Eishockeyverein UEC Mödling das Aus bedeuten. Der 1972 gegründete Verein sieht nämlich in den geänderten Rahmenbedingungen keinerlei Basis mehr für einen Spielbetrieb. Dieser wurde daraufhin eingestellt.
Konkret geht es vor allem um die Eiszeit, die von 22 auf neun Wochenstunden reduziert wurde. Dass diese in der Aussendung als „großzügig“ bezeichnet wurde, verärgert die Puckjäger massiv, die sich lediglich als „Hobbyverein“ behandelt sehen. „Dabei trainieren wir Sportler über alle Altersklassen hinweg und schon A-Nationalteam-Spieler hervorgebracht“, begründet der Verein, dem die Eiszeiten zu gering sind: „Bei acht spielenden Altersklassen geht sich das nicht aus.“
Dass als Hauptgrund ausgerechnet die Energiekosten angeführt werden, lässt der Verein nicht gelten. „Die Kühlung der Eisflächen muss ja ohnedies 24 Stunden täglich erfolgen. Und das Beheizen des Outdoor-Schwimmbeckens im Winter sieht man nicht als problematisch an“, versteht man die Welt nicht.
Keine Garderoben
Weiteres Problem: Die dem UEC zur Verfügung gestellten Räume aus feuerpolizeilichen Gründen nicht mehr nutzbar, darunter auch die notwendigen Umkleidemöglichkeiten. „Wir können nicht 105 Kinder im Winter draußen bis auf die Unterhose ausziehen lassen“, so der Verein, der einen Lösungsvorschlag angeboten hat. „Wir hätten für die Gemeinde ohne Zusatzkosten Container zur Verfügung gestellt“, so der UEC, der die Stadt kritisiert, dass durch die fehlende Unterstützung auch die Kinder- und Jugendförderung ausbleibe.
Wir erwarten uns von der Gemeinde Mödling und dem Betreiber des Stadtbads Mödling ein den Bedürfnissen entsprechendes Angebot, um eine Weiterführung des Vereins mit Trainings- und Meisterschaftsbetrieb aufrechtzuerhalten.
Der UEC in einer Stellungnahme
Ein Gespräch zwischen Club und Stadt verlief ergebnislos. Unterstützer des UEC haben daraufhin eine Petition gestartet, die bereits 4000 Unterzeichner hat. Dadurch soll die Stadt aufgefordert werden, Maßnahmen für den Fortbestand zu ergreifen.
„Schade, aber auch eine Chance“
Der zuständige Stadtrat Markus Gilly bedauert den Schritt des Vereins, sieht aber auch eine Chance für eine Erweiterung des Publikumseislaufs. „Es ist uns als Schulstadt ein Anliegen, Wintersportmöglichkeiten für ein breites Publikum auch unter schwierigen Bedingungen zu ermöglichen“, so Gilly.
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