„Kämpfen wie eine Löwin“ wollte die grüne Spitzenkandidatin Lena Schilling nach dem medialen Wirbel rund um geleakte Chatnachrichten und persönliche Angriffe aus Schillings (ehemaligem) Umfeld. In Kärnten gibt sie einen Vorgeschmack darauf.
Wirklich ansehen kann man der jungen Wienerin die Strapazen der vergangenen Wochen nicht, als sie Seite an Seite mit Generalsekretärin Olga Voglauer Richtung Wörthersee spaziert. Nach Medienterminen in Kärnten trifft sie dort eine Bürgerinitiative, die gegen den Verbau der Ostbucht gekämpft hatte. Thematisch in sicheren Gewässern, umringt von Gleichdenkenden, gibt sich die 23-Jährige selbstsicher, wenig berührt von den vielen negativen Schlagzeilen.
„Die traut sich was ...“
Auch den persönlichen Begegnungen im Straßenwahlkampf in der Klagenfurter Innenstadt geht die heftig in Kritik geratene Schilling nicht aus dem Weg. Wie reagieren die Wähler? Schilling wird bemerkt und erkannt, (teilweise höflich) konfrontiert, belehrt, um ein Selfie gebeten, aber hinter vorgehaltener Hand auch beschimpft – freilich so, dass die EU-Spitzenkandidaten es nicht hört. „Die traut sich was ...“, wird geflüstert.
„In der Politik braucht man Charakter“
Ob ihres jungen Alters, beweist Schilling dennoch Schlagfertigkeit – so kontert sie auf den Vorwurf eines Kärntners, in der Politik brauche man Charakter: „Das stimmt – deshalb bin ich hier. Um zu beweisen, wer ich wirklich bin!“ Schilling will „um das Vertrauen der Menschen“ kämpfen, wird auch während der Verteilaktion – wenig überraschend – mehrfach auf die Vorwürfe gegenüber ihrer Person angesprochen. An Selbstvertrauen fehlt es der Wienerin aber nicht, Anzeichen für Berührungsängste gibt es auch keine.
Im Gespräch mit der „Krone“ lässt Schilling aber auch hinter die Fassade blicken: „Ohne dieses unglaublich solidarische Team, das hinter mir steht, hätte ich das alles nicht geschafft!“ Momente, in denen ihr alles zu viel wurde, gab es natürlich ebenfalls, wie sie zugibt. Meist tritt sie aber die Flucht nach vorne an, betont Sachthemen, wenn sie auf die veröffentlichten Chatnachrichten angesprochen wird.
Die Wahl sei, für Schilling jedenfalls, noch nicht gelaufen – trotz der abgestürzten Umfragewerte. Den anstehenden Endspurt, die kommenden zwei Wochen, will die Jungpolitikerin auf alle Fälle nutzen, wie sie der „Krone“ verrät, bevor sie mit dem Bus in Richtung Graz zum Vielfältigkeitsball fährt.
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