Sie sind eine der einflussreichsten und erfolgreichsten Bands der Welt – in einer Dokumentation erzählt Disney die Geschichte der Beach Boys. Ob sich die nostalgische Reise in die Vergangenheit lohnt? Die „Krone“ hat sich den knapp zweistündigen Film angesehen...
Was kann man über eine der musikalisch einflussreichsten und kommerziell erfolgreichsten Bands der Welt erzählen, das nicht schon längst gesagt wurde? Nicht viel. Was also tun, wenn man trotzdem eine zweistündige Dokumentation an den Mann und die Frau bringen möchte? Die Nostalgie befeuern und Sehnsüchte befriedigen. Letzteres war ja auch die Kernkompetenz der Beach Boys, die mit ihrer Musik wesentlich an der Entstehung des „Mythos Kalifornien“ in den 1960er-Jahren beteiligt waren. Für die dazu passenden Rückblicke sorgt reichlich Archivmaterial und private Aufnahmen der Brüder Brian, Carl und Dennis Wilson sowie Cousin Mike Love und Alan Jardine. Was die Beach Boys ausmachte? Ihre spezielle musikalische Harmonie, wie die Doku nicht müde wird zu betonen. Bereits auf der Auto-Rückbank ihrer Eltern trällerten die drei Brüder – stets angeführt vom Ältesten Brian – mehrstimmig vor sich hin.
Im Gegensatz dazu war die Harmonie zwischen den Mitgliedern vor allem in den späteren Jahren von Dissonanzen geprägt. Genauso die Beziehung zu Murry, dem Vater der Wilson-Brüder, der seine Söhne nicht nur managte, sondern auch hinterging und missbrauchte. Alles Umstände, die sich negativ auf Brian Wilsons fragilen mentalen Zustand und Drogenkonsum auswirkten. Anfang der 70er-Jahre ging es wieder etwas bergauf, was in der Veröffentlichung des Nummer-1-Albums „Endless Summer“ gipfelte. Da endet die Doku abrupt, ohne die Geschichte weiterzuerzählen: Dennis Absturz bis zu seinem Tod, Brians erneuter mentaler Verfall oder bandinterne Gerichtsstreitigkeiten.
Es scheint, als würde sich der Film nicht damit abfinden wollen, dass es neben dem von den Beach Boys propagierten, nie enden wollenden Sommer auch einen Herbst oder gar Winter gibt. Aber selbst das Leben der Beach Boys bestand nicht ausschließlich aus perfekten Harmonien. Die Misstöne sind auch ein essenzieller Teil ihrer Geschichte und ihres beeindruckenden Vermächtnisses, das ihre Mitglieder bis in alle Ewigkeit überdauern wird.
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