Maschine in Hagelsturm

AUA-Kommandant war wohl nicht im Cockpit

Österreich
14.06.2024 22:58

Am vergangenen Sonntag ist eine AUA-Maschine von Mallorca kommend durch eine Gewitterfront geflogen. Das Flugzeug konnte im Blindflug in Wien landen, wurde aber durch Hagel schwer beschädigt. Inzwischen ist bekannt, dass der Kommandant unmittelbar vor dem Unfall wahrscheinlich nicht im Cockpit war.

Der Pilot könnte ausgerechnet zu dem Zeitpunkt auf der Toilette gewesen sein, geht aus der Recherche von Luftfahrtjournalist Patrick Huber hervor. Auf dem Nebensitz dürfte demnach eine junge erste Offizierin gesessen sein, die nur etwa 100 Stunden Erfahrung auf dem Airbus A320 gehabt habe. Sie sei möglicherweise auch bei der Interpretation von Wetterradarbildern nicht so geübt gewesen, schrieb Huber in einem Beitrag des Luftfahrtmagazins „Austrian Wings“.

Hier sehen Sie den Beitrag auf der Plattform X.

Die große Frage sei nun, ob die Crew die Schwere des Unwetters erkannt habe. Die AUA bestätigte den Vorfall am Sonntagabend und teilte ihrerseits mit, dass die Gewitterzelle nicht auf dem Wetterradar ersichtlich gewesen sei. „Nach aktuellem Stand wurden durch den Hagel die beiden vorderen Cockpit-Scheiben des Flugzeuges, die Flugzeugnase (Radom) sowie so manche Verkleidungen beschädigt. Das Flugzeug konnte sicher am Flughafen Wien-Schwechat landen. Alle auf dem Flug befindlichen Passagiere blieben unverletzt.“

Hier sehen Sie Fotos von dem Unfall auf X.

Wettersituationen nicht immer eindeutig
Die AUA-Maschine war am Sonntag gegen 15.30 Uhr in Palma (Mallorca) gestartet, während des Flugs gab es kleinere Turbulenzen. Bei der Landung sagte der Pilot laut einem österreichischen Passagier durch, dass die Windschutzscheibe des Flugzeugs kaputtgegangen sei.

Tatsächlich seien manche Wettersituationen auf dem Radar im Cockpit nicht eindeutig zu erkennen, sagte Flugausbilder Gerhard Gruber kürzlich im ORF. Ob das in diesem Fall so war und ob bei Anwesenheit des Kommandanten im Cockpit ein anderer Flugweg gewählt worden wäre, untersucht jetzt die Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB).

Piloten vom Dienst freigestellt
Der Pilot und die Pilotin wurden einem Bericht zufolge inzwischen vom Dienst freigestellt. Gegebenenfalls sollen sie eine Nachschulung absolvieren müssen.

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