Als letztes Bundesland in Österreich ist Kärnten jetzt beim Digitalfunk dabei – heimische Blaulichtorganisationen sollen bis Ende 2028 flächendeckend digital funken. 145 neue Sendeanlagen lässt sich das Land rund 22 Millionen Euro kosten.
Höherer Schutz und bessere Effizienz – das soll der flächendeckende Digitalfunk uns bringen, prophezeit Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ): „Es gab schon vorweg sehr viele positive Stellungnahmen von den Blaulichtorganisationen.“ Bereits im Zuge der Herrenfußball-EM 2008 wurde das System verwendet und fünf Sendestationen in Klagenfurt aufgestellt, nun sollen alle Einsatzkräfte umgestellt werden. Der Landesrechnungshof begleitet das Großvorhaben.
„Es ist ein besonderer Tag für die Sicherheit in Österreich, vor allem für die Sicherheit in Kärnten“, freut sich Innenminister Gerhard Karner über das Projekt. Er sieht drei positive Punkte: „Ein einheitliches Kommunikationssystem für alle Blaulichtorganisationen, ein ausfallsicheres sowie letztlich ein bewährtes und gleichzeitig auch ein modernes Kommunikationssystem.“
2000 Sendestationen in ganz Österreich
In ganz Österreich gibt es derzeit 1700 Basisstationen, in der Endausbaustufe im Jahr 2008 sollen es 2000 sein. Für Kärnten heißt das: Aktuell stehen 20 Basisstationen bereit, insgesamt werden es 250.
In der ganzen Republik seien laut Karner 113.000 Endgeräte im Einsatz, die diese Technologie nutzen: „Polizei, Freiwillige Feuerwehren, Bundesheer, Rotes Kreuz, Samariterbund, Flugrettung, Asfinag, ÖBB, Bezirksverwaltungsbehörden und, und, und...“
Für den jährlichen Betrieb ist das Innenministerium verantwortlich, österreichweit werden dafür im laufenden Jahr 37,6 Millionen Euro investiert. Kärnten übernimmt den Ausbau und Betrieb der Basisstationen, das sei „ein wirklich fairer Weg“, so Karner. Kärnten investiert 22 Millionen Euro, die 2017 als Rückstellungen gebildet wurden.
Die konkreten Standorte werden in Hinsicht auf Topografie erst festgelegt, bereits jetzt stehen drei auf der Kärntner Seite des Koralmtunnels.
„Lücke im Sicherheitsnetz“ geschlossen
Der zuständige Referent Daniel Fellner (SPÖ), der seine berufliche Laufbahn beim Roten Kreuz begann, ist sich sicher, dass es in den nächsten zehn Jahren kein besseres, neues System gäbe. Und auch wenn würde man die Funkmasten brauchen. 100 Sendemasten sollen in Kärnten bis Ende dieses Jahres in Betrieb gehen, damit wären 30 Prozent des Landesgebietes abgedeckt.
Damit schließt Kärnten eine „Lücke im Sicherheitsnetz“, sagt LH-Stellvertreter Martin Gruber (ÖVP): „Kärnten ist das letzte Puzzlestück, das noch gefehlt hat für ein österreichweit einheitliches System. Gemeinsam haben wir mehr Kraft, gemeinsam sind wir stärker als einzelne Insellösungen.“ Als jemand, dem der ländliche Raum am Herzen liege, sehe er den Vorteil des Digitalfunks auch darin, dass er „auch dort funktioniert, wo das Handynetz versagt – im Wald, auf Bergen oder in abgelegenen Regionen.“
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