Fr, 17. August 2018

Immer beliebter

05.10.2012 16:52

Gut verklebt: Diese Wirkung erzielt Kinesio-Taping

Beim Laufen, im Fitnessstudio, am Tennisplatz sind sie unübersehbar, aber auch bei den olympischen Athleten in London wurden sie häufig getragen: bunte, elastische Klebeverbände auf der Haut entlang von Muskel- und Gelenkstrukturen. Kinesio-Taping wird immer beliebter. Aber was macht man mit den bunten, elastischen Bändern eigentlich?

Kinesio-Taping kommt aus Japan und wurde dort von einem ärztlichen Chiropraktiker entwickelt, der das elastische Band vor etwa 30 Jahren erstmals anwendete. Es ist sehr vielseitig einsetzbar und zielt darauf ab, je nach Problem mittels unterschiedlicher Anlagetechniken Muskelspannung zu erhöhen bzw. zu senken, Gelenkstabilität zu verbessern oder die Lymphaktivität zu steigern. Dafür wird das Band so angebracht, dass ein Zug auf die darunterliegenden Strukturen entsteht. Es gibt unterschiedliche Techniken, die je nach Körperregion eingesetzt werden.

Daher eignet sich die Methode besonders gut für die Kombination mit physikalischer Therapie und/oder medizinischer Massage. Hilfreich ist auch folgender Effekt: Die Bewusstmachung von Körperhaltungen, Bewegungsmuster und überhaupt ein verbessertes Körpergefühl. Denn das Tape macht ja manche Bereiche erst sicht- und spürbar, die man im Alltag gar nicht wahrnimmt. Etwa Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich. Oder häufiges Schultern hochziehen, was unter anderem Kopfschmerzen verursachen kann. So ist es möglich, Fehlhaltungen oder Überbelastung besser gegenzusteuern.

Tapes besser vom Fachmann anlegen lassen
Die Tapes sind hautverträglich, lassen Schweiß und Luft durch, bleiben auch beim Duschen an ihrem Platz. Sie werden zwischen zwei und fünf Tagen auf der Haut belassen.

Prinzipiell ist es möglich, die Tapes nach persönlicher Anleitung durch den Experten selber anzulegen. Man bekommt sie im Fachhandel. Es wird aber von Selbstversuchen abgeraten. Nicht nur, weil man an manche Körperstellen, z.B. am Rücken, gar nicht so gut herankommt, sondern vor allem, weil zunächst eine gründliche Abklärung der Beschwerden vonnöten ist.

Das Tape wird je nach Beschwerden in unterschiedlichen Techniken auf die Haut geklebt. Am besten ist die Anwendung als Ergänzung zu physiotherapeutischen Maßnahmen und in der Rehabilitation geeignet.

Peter Weese, Physiotherapeut und Sportphysiotherapeut in der Sportordination Wien, beantwortet die wichtigsten Fragen zum Kinesio-Taping:

Wie funktioniert Kinesio-Taping?
Ein elastisches Klebeband wird mittels unterschiedlicher Techniken so auf die Haut aufgebracht, dass Rezeptoren in den darunterliegenden Strukturen aktiviert werden. Je nach Bedarf ist es auf diese Weise möglich, Muskel- und Gelenkfunktionen zu unterstützen und die Lymphaktivität zu erhöhen.

Welche Störungen lassen sich damit behandeln?
Wir verwenden Kinesio-Taping als Ergänzung zu Physiotherapie bzw. als Sekundärprophylaxe bei Muskel- und Sehnenverletzungen, Gelenkinstabilitäten wie nach Bänderrissen und Verrenkungen, Schwellungen nach Operationen und Verletzungen, aber auch, um Verspannungen und diffuse Schmerzen zu beheben.

Kann man bei der Anwendung etwas falsch machen?
Taping sollte auf jeden Fall von jemandem durchgeführt werden, der es erlernt und anatomische Kenntnisse hat. Nicht so sehr wegen etwaiger Nebenwirkungen, sondern weil die Wirkung ausbleibt und man dann unter Umständen Beschwerden verschleppt. Wenn nach zwei Wochen Anwendung kein Effekt eintritt, sollte man etwas anderes versuchen.

Haben die Farben eine Bedeutung?
Wissenschaftlich gesehen nein. Aber nach der Farbenlehre gibt es ja Effekte auf die Befindlichkeit – blau etwa zur Beruhigung –, aber das ist eher eine individuelle Entscheidung des Trägers.

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