Vorwürfe von UNO
Israel hielt Konvoi mit Patienten stundenlang auf
Das Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der Vereinten Nationen (OCHA) hat Israel beschuldigt, einen Konvoi von Krankenwagen mit 24 evakuierten Patienten sieben Stunden lang aufgehalten zu haben. Bekrittelt werden auch Banden, die sich an Hilfslieferungen bereichern.
Lastwagen mit Hilfsgütern würden öfter nur wenige Hundert Meter hinter der Grenze gestoppt und geleert, so OCHA-Sprecher Jens Laerke über die „kriminellen Aktivitäten“ vor Ort.
„Es gibt Verständnis dafür, dass verzweifelte Menschen sich nehmen, was sie können“, so Laerke. Es gebe aber offenbar Banden, die Material von Konvois mitnehmen, das später auf Schwarzmärkten auftauche.
Dies stehe im Zusammenhang mit dem zunehmenden Zusammenbruch der zivilen Ordnung im Gazastreifen, wo seit Monaten Krieg herrscht. Es gebe praktisch keine Polizeipräsenz mehr. Dass UNO-Konvois mit bewaffneten Wachen fahren, schloss er aus. So funktionierten die Vereinten Nationen nicht. Israel würde auch zu wenig Hilfslieferungen zulassen.
Konvoi aufgehalten: „kein Einzelfall“
Das UNO-Nothilfebüro hat Israels Militär zudem vorgeworfen, einen Konvoi von Krankenwagen mit 24 evakuierten Patienten sieben Stunden lang aufgehalten zu haben. Das Militär habe alle Patienten, die gehen konnten, und die Sanitäter aus den Krankenwagen gezwungen. Darunter seien eine Schwangere und eine Mutter mit neugeborenem Baby gewesen.
Humanitäre Mitarbeiter sind von israelischen Streitkräften schikaniert, eingeschüchtert, und festgenommen worden, humanitäre Einrichtungen wurden getroffen.
OCHA-Sprecher Jens Laerke
Die Sanitäter hätten sich entkleiden müssen, als das Militär den Konvoi stoppte, berichtete Laerke. Drei seien abgeführt worden. Einer von ihnen sei bis Dienstag wieder freigelassen worden. Die Patienten hätten schließlich auf andere Einrichtungen verteilt werden können.
„Systematisch kein Zugang zu Menschen in Not“
„Das ist kein Einzelfall“, sagte Laerke. „Hilfskonvois werden immer wieder beschossen und erhalten systematisch keinen Zugang zu den Menschen in Not. Humanitäre Mitarbeiter sind von israelischen Streitkräften schikaniert, eingeschüchtert, und festgenommen worden, humanitäre Einrichtungen wurden getroffen.“







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