Bei der Bezirkshauptmannschaft St. Veit will man zu der Affäre gar nichts sagen. "Erst wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind", zierte sich BH-Chefin Claudia Egger. Da wird sie auch Erklärungsbedarf haben. Schließlich fragt sich jeder, wie es passieren kann, dass ein Bediensteter ganz dreist Führerscheinprüfungen manipulieren konnte. Im Rahmen einer Polizeiüberwachung soll sogar auf Band zu sehen sein, wie er die Fragen für seine "Klienten" selbst beantwortet (siehe Infobox).
Jüngste Spur führt ins Rotlichtmilieu
Im Verkehrsministerium in Wien ist der Skandal bereits bekannt. "Wenn Scheine nicht rechtmäßig erworben werden, gelten sie auch nicht", so Sprecher Walter Fleissner. Jeder Fall müsse geprüft, die Lenkerberechtigungen dann aberkannt werden. Diese sollen übrigens hauptsächlich an Einwanderer aus Rumänien und anderen Balkanstaaten verkauft worden sein. Preis: zwischen 1.000 und 1.500 Euro.
Vermutet wird auch, dass die Betroffenen großteils im Rotlichtmilieu arbeiten - dorthin führt die jüngste Spur der Ermittlungen. Auch wenn der FPK-Mandatar (für ihn gilt die Unschuldsvermutung) gegen Alkohol und andere Vergnügen gewettert hat, soll er selbst beste Kontakte zur Rotlichtszene gepflogen haben. Diese könnten ihm zum Verhängnis geworden sein.
"Er wird Montag aus der Partei ausgeschlossen"
Wie berichtet, dürfte er von einem Unternehmer auch durch Erpressung zu den Handlungen gezwungen worden sein. Der Politiker soll geholfen haben, für Gogo-Tänzerinnen Aufenthaltsgenehmigungen zu besorgen. Bei der FPK hat man für ihn übrigens kein Verständnis. "Er wird am Montag aus der Partei ausgeschlossen", so Parteichef-Vize Christian Ragger.
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