Mehr als 100 Fälle?

Ktn: BH-Mitarbeiter erpresst – “Deckel” als Schweigegeld

Österreich
27.06.2012 17:00
Es ist einfach unglaublich: Ein Bediensteter einer Kärntner Bezirkshauptmannschaft ist dabei erwischt worden, wie er für ausländische Kandidaten die Computer-Führerscheinprüfung selbst tippte. Und wofür? Für Geld – und womöglich auch Sex, so zunächst der Verdacht in bis zu 100 (!) Fällen. Es sei erpresst worden, sagt der Vertragsbedienstete.

Gleich vorweg: Für den St. Veiter gilt die Unschuldsvermutung! Doch dass er bereits entlassen wurde, lässt auf einige Brisanz schließen. Durchgesickert ist so viel: Einer Fahrschule war aufgefallen, dass immer wieder ausländische Führerschein-Kandidaten bei der internen Vorprüfung extrem schlecht abschnitten, dann aber die offizielle Computer-Prüfung souverän schafften.

Polizisten legten sich auf die Lauer
Es folgte eine geheime Polizeiaktion: Mit einer Überwachungskamera wurde eine Prüfung beobachtet. Und siehe da: Der Prüfer der Bezirkshauptmannschaft selbst gab die Antworten in den Computer ein – gerade genug richtige, um knapp zu bestehen. Da klickten für den blauen Gemeinderat die Handschellen.

Er sei erpresst worden, sagte der Vertragsbedienstete dann; von einem ihm bekannten Unternehmer, mit dem er auch immer wieder gesehen worden war - meist in Begleitung auffällig hübscher junger Frauen aus der Heimat des Firmenchefs. Woraufhin dieser in U-Haft musste – auch für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Ermittler gehen von mehr als 100 Fällen aus
Mittlerweile gehen Ermittler von "mehr als 100 Fällen" aus. Hatte man übrigens zunächst geglaubt, die Gegenleistung für die Führerscheine wäre nur Geld oder auch Sex gewesen, so erhärtet sich nun offenbar der Verdacht, dass es auch um Erpressung gehen könnte. Die Rede ist von der Tochter des gefeuerten BH-Mitarbeiters, über die der mutmaßliche Anstifter "etwas gewusst" haben soll...

Wir können noch nichts sagen", heißt es von Polizei und Staatsanwaltschaft. Die Leiterin der BH, Claudia Egger, gibt sich verschlossen, meint: "Es ist ernst." Und was sagt der gefeuerte Gemeinderat (inzwischen wieder aus der Haft entlassen) dazu? "Nichts!" Und legt auf...

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