Man kann sie schon hören, die hämischen Kommentare von unbeirrbaren Klimawandel-Leugnern, die sich von dieser Nachricht bestätigt fühlen: In Europa könnte es ziemlich kalt werden, weil der Golfstrom, quasi unsere kontinentale Wärmepumpe, droht abzureißen.
Na was jetzt? Die Welt wird immer heißer - und jetzt sollen wir uns plötzlich warm anziehen?
Der Klimawandel gibt uns also kalt-warm - aber leider löst sich das Problem dadurch nicht einfach von selbst. Schon seit Jahren mehren sich die Anzeichen, dass sich das atlantische Zirkulationssystem im Zuge der Erderwärmung deutlich verlangsamt. Durch das Abschmelzen an den Polen gerät mehr Süßwasser in den Atlantik und bremst so die Strömung. Nun konnten Forscher erstmals nachweisen, dass der Golfstrom tatsächlich auf einen Kipppunkt zusteuert.
„Das sind schlechte Nachrichten für das Klimasystem und die Menschheit“, so die Autoren. Im globalen Süden würde es immer heißer werden, in großen Teilen Europas dramatisch kälter - mit schmerzhaften Ernteeinbußen, unbewohnbaren Gebieten und Meereis bis zum Ärmelkanal.
Noch dienen die neuen Erkenntnisse den Forschern als „Frühwarnsignale“ - aber die sind eben dazu da, sie ernst zu nehmen. Und im Idealfall dem Klimawandel mit angemessenen Maßnahmen zu begegnen, auch wenn die Bedrohung so paradox erscheinen mag. Sonst muss sich die Menschheit wirklich warm anziehen - ob nun tatsächlich oder metaphorisch.
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