Fetzenzug Ebensee

Das ist der Höhepunkt der „fünften“ Jahreszeit

Oberösterreich
13.02.2024 11:20

Mit dem gestrigen Fetzenzug hat der Fasching in Ebensee den Gipfel der Feierlaune erreicht. Alkohol und wenig Schlaf inklusive. Wie leicht es ist, jemandem die Meinung zu geigen, und warum sich die Bürgermeisterin auf die Fastenzeit freut...

Jemandem richtig die Meinung geigen! Und dann noch unerkannt bleiben. Mit der „Loaven“ kein Problem. „Das Austadeln ist bei uns Brauchtum. Man sagt demjenigen, was man von ihm hält. Das geht auf die Art und Weise leichter. Und ist humorvoll gedacht“, lacht Sabine Promberger. Jene Frau, die seit 2021 Bürgermeisterin von Ebensee ist. Dort, wo gestern rund 1000 Fetzen den sogenannten Fetzenzug veranstaltet haben. Männer wie Frauen tragen bunte Dirndln, ein Kopftuch oder einen Hut und eine Holzmaske - die Larve.

Der Fetzenzug ist das immaterielle Kulturgut

Der Rosenmontag ist der Nationalfeiertag in Ebensee. Natürlich nur inoffiziell. „Obwohl bei uns mehr Fetzen an den Häusern hängen als am 1. Mai“, weiß Promberger. „Jeder geht als Fetzen. Früher hatte man kein Geld, deshalb hat man irgendetwas angezogen, also Fetzen“, erklärt uns Sarah Neuböck, der weibliche Part des Prinzenpaars, die Herkunft des Begriffs. „Am Aschermittwoch wird der Fasching rituell verbrannt und die nach dem wilden Treiben jetzt leeren Brieftaschen in der Traun ausgewaschen.“

Bis zu 50 Stunden Arbeit stecken in einer Larve

Rund zehn offizielle Maskenschnitzer gibt es in Ebensee, bis zu 50 Stunden Arbeit stecken in einer Larve. „Die Holzlarve und das Fetzenkleid sind Symbole für unsere Tradition“, so Johannes Scheck, Präsident des Faschingskomitees.

450 Kinder am Samstag, 350 Erwachsene beim Umzug am Sonntag und gestern rund 1000 Fetzen - Ebensee kam am Wochenende nicht zur Ruhe. Heute können sich die Kinder am Traunsee beim „Nuß Nuß“ noch Süßigkeiten verdienen. Und nach dem morgigen Fetzenverbrennen geht’s noch zum Heringsschmaus. „Jetzt bin ich froh, wenn endlich die Fastenzeit beginnt“, meint Promberger, die auf die ziemlich langen Tage anspielt. Denn die Bürgermeisterin wurde immer wieder zu einem Schnapserl eingeladen. Na dann, Prost!

 

 

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