Es wäre eine gute Nachricht, würde sie nicht die schlechte als Vorahnung bereits in sich tragen: Die Letzte Generation plant einen Strategiewechsel. Das Gute daran: weniger Herumgeklebe auf den Straßen. „Eigentlich sind solche Straßenproteste schon langweilig“, sagt Marina Hagen-Canaval, Sprecherin der Organisation, im „Standard“. Nicht nur für die von Staus geplagte Bevölkerung wohlgemerkt, sondern auch für die Aktivisten. Und Gott bewahre, dass denen fad wird. Zumal die Kleberei im Sommer wahrscheinlich um einiges kommoder ist, als wenn der Klimawandel sich mal nicht von seiner hitzigen Seite zeigt.
„Möglichst wenige Menschen nerven“
Das Schlechte an dieser Nachricht: Sie arbeiten an neuen Protestformen, „mit denen wir so wenige Menschen wie möglich nerven, aber trotzdem auf die Titelseiten kommen“. Dass die Klimakleber einschätzen können, womit sie möglichst wenig nerven, mag bezweifelt werden. Das neue Strategiepapier der Letzten Generation Deutschland z. B. verkündet unheilvoll das Ziel, den Alltag im großen Stil zu stören. Allerdings mit dem Zusatz: „Um dies zu erreichen, brauchen wir eine gewisse Popularität in der Gesellschaft.“
Späte Einsicht, kann man da nur sagen. Die Klimakrise ist längst in den Köpfen der meisten angekommen, doch für die immensen Veränderungen, die der Kampf gegen sie fordert, braucht es Zusammen- und Rückhalt der Gesellschaft. Und genau diese hat die Letzte Generation schon längst verspielt.
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