Studie auch in Tirol

Wie Behandlung mit Katheter bei Schlaganfall hilft

Tirol
07.11.2023 17:00

Die Innsbrucker Radiologin Elke Gizewski, Leiterin der Kliniken für Radiologie und Neuroradiologie, übernahm die österreichische Leitung einer internationalen Schlaganfallstudie. Patienten mit leichtem und schwerem Verlauf soll mit einem Verfahren mittels Katheter besser geholfen werden.

Bei Radiologie denken die meisten Menschen an Röntgenbilder von gebrochenen Knochen. Dabei kann die medizinische Fachrichtung viel mehr – auch, wenn es um Schlaganfälle geht. Eine noch relativ neue Behandlungsmethode dafür ist die Thrombektomie, die lange als experimentell galt und erst 2015 von fünf großen Studien untermauert wurde.

Internationale Studie zu spezieller Behandlung
Nun führten 40 Zentren aus neun Ländern eine weitere große Untersuchung zur Thrombektomie durch: die TENSION-Schlaganfallstudie. In Österreich übernahm Elke Gizewski, Leiterin der Innsbrucker Universitätskliniken für Radiologie und Neuroradiologie, mit ihrem Team die Federführung.

„Bei der Thrombektomie bringen wir mit einem Spezialkatheter von der Leiste ausgehend einen Stent an der Stelle des Gehirns ein, wo das Gerinnsel sitzt“, erklärt die Klinik-Leiterin das Verfahren: „Mit einer Saugvorrichtung wird das Blutgerinnsel dann zusammen mit dem Stent herausgezogen. Das Ganze passiert unter Röntgenkontrolle und bedarf viel Erfahrung.“

Bessere Behandlung auch für schwere Schlaganfälle
Früher wurden Thrombektomien nur durchgeführt, wenn sich Gerinnsel nicht medikamentös auflösen ließen. 2015 zeigte sich jedoch, dass Patienten in einem frühen Stadium des Schlaganfalls sehr davon profitieren. Die TENSION-Studie hat nun untersucht, wie effektiv die Behandlungsmethode wirkt, wenn das Gehirn schon schwer geschädigt ist.

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Dank des Tiroler Schlaganfallpfads kommen die Patientinnen und Patienten sehr früh zu uns, sodass wir allgemein weniger schwere Fälle haben.

Elke Gizewski

„Bei einem Schlaganfall zählen einerseits Zeit und andererseits die noch verbliebene Sauerstoffversorgung des Gehirns“, erklärt Elke Gizewski. Je weniger Gefäß-Querverbindungen im Gehirn noch bestehen, desto weniger Zeit hat man. „Doch auch, wenn schon Gewebe untergegangen ist, kann man noch etwas retten, wenn man thrombektomiert. Das konnten wir jetzt mit der TENSION-Studie zeigen“, berichtet Gizewski. Viele Patienten könnten jetzt wieder ein eigenständiges Leben führen.

Weitere Anwendungsfelder für Radiologie
Neben der Schlaganfall-Versorgung kommt Radiologie unter anderem in der Onkologie, bei Blutstillung und Schmerztherapie-Eingriffen zum Einsatz.

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