LASK-Gegner Toulouse

Mehr als ein Polit-Skandal, digital aber genial!

Nachrichten
04.10.2023 17:00

Der FC Toulouse gilt im internationalen Fußball als völlig unbeschriebenes Blatt! Weshalb die „Krone“ den Europa-League-Gegner des LASK auch abseits des rein Sportlichen unter die Lupe nahm . . .

Paris Saint-Germain ist heute im Fußball nahezu jedem Kind ein Begriff. Und Olympique Marseille der älteren Generation wegen der früheren Erfolge und des vor einem Jahr verstorbenen ehemaligen Skandalpräsidenten Bernard Tapie in Erinnerung. Aber der FC Toulouse?

Der fiel in Fußball-Österreich erstmals so richtig auf, als der französische Cupsieger dem LASK neben Liverpool und Saint-Gilloise in der Europa-League-Gruppe E zugelost wurde. Doch wer ist dieser Verein, der der höchsten Liga jenes Landes angehört, das 1998 und 2018 Weltmeister wurde. Antwort: Ein Mix aus einem Erfolgsgeheimnis und Skandalen: Von letzteren gab’s allein heuer zwei mit politischer Dimension:

  • 30. APRIL: Bei der Ehrung zum Gewinn des „Coupe de France“ seitens der Stadt Toulouse lärmten bei den offiziellen Ansprachen einige Spieler. Worauf Vize-Stadtchefin Laurence Arribagé um Ruhe bat. Was bei Legionär Zakaria Aboukhlal (23) nicht gut ankam: Marokkos WM-Held konterte der Politikerin: „Bei mir zu Hause reden Frauen nicht so mit Männern“

Worauf der 9-Millionen-Stürmer vorübergehend suspendiert, später aber vom Klub begnadigt wurde. Derzeit ist Aboukhla aber nach einer Knie-OP out.

  • 14. MAI: Am 35. Spieltag sollten alle Spieler der Ligue 1 im Rahmen einer Initiative gegen Homophobie und Transphobie in Trikots mit Rückennummern in Regenbogenfarben auflaufen. Doch obwohl der Verein für Weltoffenheit wirbt, weigerten sich einige FCT-Profis das Leibchen zu tragen. Was sogar Regierungssprecher Olivier Vésagte tätig werden ließ. Mit den Worten: „Wir müssen Werte verteidigen, die uns einen, und der Sport ist auch da, um das zu tun.“

Umgekehrt steht der FCT für ein Erfolgsmodell: Präsident Damien Comolli verriet nach dem Wiederaufstieg 2022: „Wir können zwar keine Premier-League-Spieler oder welche aus der deutschen Bundesliga kaufen, aber wir beobachten zu unseren Algorithmen digital 70 Ligen und 40.000 Spieler.“ Möglich macht dies das Datenanalysesystem „Zelus“, das Toulouse-Investor RedBird Capital Partners besitzt und dem der Klub bei der Auswahl von neuen Spielern vertraut. Weshalb der FCT für den Wiederaufstieg weniger als 30 Millionen Euro benötigt haben soll. Heute hat man freilich einen Kader, der einen Marktwert von 64 Millionen Euro hat.

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