Vor Herbstlohnrunde:

„Nicht unsere Aufgabe, Kaufkraft zu gewährleisten“

Wirtschaft
07.09.2023 13:23

Wegen der hohen Inflation und der unsicheren Wirtschaftslage stehen die Metaller-KV-Verhandlungen heuer unter „besonders schwierigen Vorzeichen“, hieß es am Donnerstag von der Arbeitgeberseite. „Wir können nur verteilen, was wir erwirtschaften“, sagte der Obmann der Metalltechnischen Industrie in der Wirtschaftskammer, Christian Knill. „Unsere Aufgabe ist nicht, die Kaufkraft in Österreich zu gewährleisten.“

Startschuss für die Verhandlungen der Metalltechnischen Industrie ist der 25. September. Traditionell wird die Jahresinflation der vorangegangenen zwölf Monate als Messlatte herangezogen. Die durchschnittliche Inflationsrate für den Zeitraum September 2022 bis August 2023 belief sich auf 9,6 Prozent.

Neben der Inflation feilscht die Gewerkschaft in der Regel auch um den Produktivitätszuwachs, der an die Beschäftigten weitergegeben werden soll.

Erwartungen werden gedämpft
Arbeitgebervertreter Knill dämpfte bereits vor Verhandlungsbeginn die Erwartungen. Wie viele Wirtschaftszweige kämpfe auch die Metalltechnische Industrie mit steigenden Kosten für Material, Personal und Energie. Im ersten Halbjahr 2023 habe die Branche einen Produktionswert von 24,8 Milliarden Euro erreicht, was preisbereinigt einem Rückgang von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspreche.

Die Auftragseingänge seien im gleichen Zeitraum um 18 Prozent eingebrochen. Für das Gesamtjahr werde ein Produktionsrückgang von rund 6 Prozent erwartet. Zudem rechne fast jedes dritte Unternehmen mit einem negativen Ergebnis (EBIT). Deshalb wollte der Arbeitgeberverhandler auch nicht die Abgeltung der Inflation zusagen.

„Bei den heurigen Lohnverhandlungen gibt es nur wenig Spielraum, wir müssen schauen, dass wir neue Lösungen finden. Die bisherigen Formeln haben bei der hohen Inflation keine Zukunft“, so der Arbeitgebervertreter. Mit konkreten Vorschlägen hielt sich Knill allerdings zurück, er wolle den Verhandlungen mit der Gewerkschaft nicht vorgreifen. Oberstes Ziel müsse jedenfalls die Sicherung der Arbeitsplätze bleiben. In der Metalltechnischen Industrie sind rund 137.000 Menschen beschäftigt.

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