Jährlich 20 Prozent mehr Gaunereien im Internet: Die Bekämpfung der ausufernden Cyberkriminalität ist das Ziel einer Kriminaldienstreform, die von der Landespolizeidirektion im zweiten Quartal 2024 angegangen und bis 2028 vollständig umgesetzt werden soll.
Im Kern geht es darum, die Polizei zukunftsfit zu machen für das, was sich an Internet-Kriminalität anbahnt. Die aktuelle Kriminalstatistik weist 4252 Delikte im Cyberbereich aus, eine Steigerung von 20 Prozent im Vergleich zum Jahr davor. „In den Jahren davor waren es sogar 30 bis 40 Prozent“, berichteten am Mittwoch Tirols Polizeichef Helmut Tomac, sein Vize Johannes Strobl und LKA-Leiterin Katja Tersch.
Der Anteil der Internet-Betrügereien beträgt derzeit in etwa 10 Prozent.
Rund 80 neue Jobs in Tirol
Die neuen IT- und Cyberspace-Ermittler - österreichweit sind es 700, tirolweit 70 bis 80 - sollen künftig aber nicht nur Internet-Kriminalität bekämpfen, sondern auch bei der Verbrechensaufklärung mitwirken. Beispielsweise durch die vertiefte Auswertung von Smartwatches, Handys, PCs, aber auch Auto-Navigationsgeräten.
Ziel der Reform ist es, die Herausforderungen der Zukunft zu erkennen und die Polizeiarbeit zu adaptieren.
Tirols Landespolizeidirektor Helmut Tomac
Größte Strukturreform seit langem
Die Neustruktur - Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) sprach von der größten Reform seit Zusammenlegung von Polizei und Gendarmerie - wurde der Tiroler Polizei bereits vorgestellt.
Sie sieht die verpflichtende Einrichtung von Kriminaldienstgruppen in Inspektionen ab 19 Beschäftigten vor, weiters fünf neue Kriminal-Assistenzdienststellen und eigene Cyber-Trainingscenter, die untereinander mit den Landeskriminalämtern und Bundeskriminalamt vielfach vernetzt sind.
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