10.01.2012 10:44 |

CES 2012

Microsoft kündigt Windows-8-Beta für Ende Februar an

Nicht weniger als die Leistungskraft des PCs aufs Tablet bringen soll Microsofts kommendes Windows 8, wie Vorstandschef Steve Ballmer am Montagabend in seiner – vorerst letzten – Eröffnungsrede zur CES versprach. Davon selbst überzeugen können sollen sich Nutzer bereits ab Ende Februar, wenn der Softwarekonzern eine erste Betaversion des Windows-7-Nachfolgers zum Download bereit stellen möchte.

Zeitgleich mit der Beta soll auch eine erste Vorab-Version des neuen Windows Store online gehen, über den – ähnlich Apples "Mac Store" – künftig Anwendungen und andere Inhalte zum Kauf oder als Gratis-Download für Windows angeboten werden sollen. Das kommende Flaggschiff der Redmonder, Windows 8, wird voraussichtlich im Herbst erscheinen und soll dann nicht nur dem PC, sondern dank optimierter Benutzeroberfläche, die Anleihen an der Kacheloptik von Microsofts mobilem Handybetriebssystem Windows Phone 7 nimmt, auch Tablets als Betriebssystem dienen. "Mit Windows 8 haben wir Windows neu erdacht", bekräftigte Ballmer am Montagabend einmal mehr.

Rückzug von der CES
Der Microsoft-Chef verabschiedete sich in seiner Keynote mit einem Loblied auf Windows und einem Bekenntnis zur Zukunft des PCs von der Consumer Electronics Show – im nächsten Jahr will der Softwarekonzern nicht mehr in Las Vegas dabei sein. "Weil die Meilensteine unserer Produktneuheiten sich nicht mit dem Termin im Jänner in Einklang bringen lassen", begründete das Unternehmen im Dezember seinen Schritt, der Messe künftig fernzubleiben und damit auf seine traditionelle Eröffnungsrede verzichten zu wollen.

Seine Unzufriedenheit mit der Rückzugsentscheidung ließ sich der Präsident des Messeveranstalters CEA, Gary Shapiro, deutlich anmerken. Er hoffe, dass Microsoft 2013 nur eine Pause einlegen und dann wiederkommen werde, sagte Shapiro. "Ich wäre schockiert, wenn ein Microsoft-Chef in den nächsten Jahren nicht wieder auf die Keynote-Bühne zurückkehren würde."

1994 war Microsoft-Gründer Bill Gates zum ersten Mal zu einer Keynote auf die CES-Bühne gekommen, insgesamt eröffnete er die CES elf Mal. 2001 stellte Gates die Spielkonsole Xbox vor, 2005 den Windows Media Center PC - mit einer peinlichen Panne, weil der Computer auf eine Eingabe seiner Fernbedienung nicht reagierte. Ballmer brachte es seit 2009 nur auf vier Auftritte.

Der Rückzug von Microsoft liegt allerdings auch im Trend. Hewlett-Packard hat sich bereits 2004 von der Cebit zurückgezogen, Apple war 2009 zum letzten Mal bei einer MacWorld dabei. Auch andere große IT-Unternehmen haben sich für eigene Formen der Produktpräsentation entschieden oder gehen nur noch zu Spezialmessen wie dem Mobile World Congress für die mobile Telekommunikation in Barcelona.

Microsoft und Intel setzen neue Hoffnungen in Ultrabooks
Immerhin: Dem PC als Plattform will Microsoft auch in Zukunft treu bleiben. "Der Windows-PC hat sich ständig verändert und neu erfunden. Mehr als 1,3 Milliarden Windows-PCs sind im Einsatz, das ist das populärste intelligente Gerät überhaupt", gab sich Ballmer angesichts all der Experten, die in den vergangenen Monaten das Ende der PC-Ära ausgerufen hatten, trotzig. Zusammen mit Intel setzt Microsoft seine Hoffnungen jetzt in die besonders schlanken und schnellen Ultrabooks.

Sie sollen die Lücken schließen, die im PC-Markt durch den Vormarsch der Tablets entstanden sind. Weil diese eher für die passive Nutzung von Internet-Inhalten oder das Anschauen von Videos geeignet sind und weniger für das Erzeugen eigener Inhalte, frotzelte Intel-Vizepräsident Mooly Eden auf der CES: "Es geht nicht nur um den Konsum. Konsum ist gut für Kühe, wir aber sind Menschen.

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