Staatlicher Rauswurf?
Mönche kämpfen weiter um Kiewer Höhlenkloster
Dutzende Mönche weigern sich weiter, das berühmte Kiewer Höhlenkloster zu verlassen. Am Dienstag wollte die staatliche Museumsverwaltung fünf Gebäude versiegeln und der ukrainisch-orthodoxen Kirche wegnehmen. Das Argument: In der Kirche würden prorussische Kräfte werken.
Die Gebäude müssten dem Staat zurückgegeben werden, sagte der Chef der Museumsverwaltung, Maksim Ostapenko, am Dienstag. Die Museumsverwaltung wollte an diesem Tag fünf Gebäude versiegeln, doch die Mönche weigerten sich, das Höhlenkloster zu verlassen. Geistige und Gläubige verwehrten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Behörden den Zutritt, wie örtliche Medien berichteten.
Die Museumsverwaltung plant nun juristische Schritte. Bereits im März hatte die ukrainische Regierung den Nutzungsvertrag der Kirche für ungültig erklärt. Sie sieht in der ukrainisch-orthodoxen Kirche russische Kräfte am Werk. Erst am Montag wurde bekannt, dass ein Novize zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde, weil er mit Russland kollaboriert haben soll. Die Kirchenleitung selbst stellte sich allerdings hinter die ukrainische Armee und verurteilte den Krieg scharf. Zudem sagte sie sich im Mai 2022 vom orthodoxen Moskauer Patriarchat los.
Gebäude aus dem 11. Jahrhundert
Die ukrainische Staatsführung unterstützt eine andere orthodoxe Kirche, die erst 2018 gegründet wurde. Bisher räumte die betroffene Kirche die Hauptkathedrale und eine andere Kirche. Dutzende Gebäude des Klosters aus dem 11. Jahrhundert nutzt sie aber weiter, darunter auch Kirchen. Das Oberhaupt hält regelmäßig Gottesdienste im Höhlenkloster ab. Ungefähr 200 Mönche wohnen in dem Gebäude, das der Staat der Kirche 1988 überlassen hatte. Es gilt als Wiege der ostlawischen Orthodoxie und als Wahrzeichen Kiews.







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