Laut Arbeiterkammer Kärnten brauchen 19.000 Kinder Nachhilfe. Die ist mit 710 Euro für viele Familien in Kärnten unleistbar geworden.
Eine Studie der Arbeiterkammer Kärnten belegt die dramatischen Ausgaben von Kärntner Familien für private Nachhilfe. Sie zeigt die Dringlichkeit von Reformmaßnahmen im Bildungssystem. Mit durchschnittlich 710 Euro pro Kind ist die benötigte Nachhilfe für viele Familien unleistbar geworden.
Es ist eine bedrückende Situation. Die betroffenen Eltern sind dadurch sehr belastet.
Peter Reichmann, Arbeiterkammer
„Unhaltbarer Zustand“
Die Arbeiterkammer zeigt auf, dass 19.000 Kinder in Kärnten Nachhilfe benötigen würden, 11.000 Schüler diese aber aus finanziellen Gründen nicht in Anspruch nehmen können. Für den Klagenfurter Stadtvize Philipp Liesnig (SP) ist das ein unhaltbarer Zustand: Es dürfe nicht sein, dass finanzielle oder zeitliche Möglichkeiten der Eltern über den Schulerfolg der Kinder entscheiden. Liesnig warnt vor einer schleichenden Privatisierung des Bildungssystems.
„Es ist eine bedrückende Situation. Die betroffenen Eltern sind dadurch sehr belastet“, sagt Peter Reichmann von der Arbeiterkammer. Die AK biete Lern-Coaching und Digitale Nachhilfe im Herbst an.
Im Burgenland sogar gratis
Noch einen Schritt weiter geht man im Burgenland. Dort will man Nachhilfe gratis anbieten. Um Kindern die Zukunft nicht zu verbauen und die Eltern finanziell zu entlasten, investiert das Land 1,95 Millionen Euro. Das Angebot richtet sich an alle Kinder und Jugendlichen an Volks-, Mittel- und Polytechnischen Schulen, die sich in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch oder in den Minderheitensprachen mit einer negativen Beurteilung konfrontiert sehen. Die Nachhilfe wird ab Herbst von den Schulen organisiert und im Einzel- oder Kleingruppenunterricht umgesetzt. Dafür schafft man 32 zusätzliche Dienstposten.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.