Mi, 12. Dezember 2018

Konkurrenz-Freunde

01.12.2011 18:55

Diesel-Motoren für Japan: BMW und Toyota kooperieren

BMW liefert Toyota künftig Dieselmotoren und arbeitet mit den Japanern auch in der Forschung eng zusammen. Beide Konzerne vereinbarten am Donnerstag in Tokio eine entsprechende Partnerschaft - und wollen weitere Projekte prüfen.

Die beiden Hersteller wollen bei der Grundlagenforschung für die Batterietechnik zusammenarbeiten, vor allem bei der Weiterentwicklung der Lithium-Ionen-Technologie, die als wichtige Schlüsseltechnologie für die Entwicklung der Elektromobilität gilt. "Es macht eindeutig Sinn für zwei erfahrene und innovative Unternehmen, ihre Kraft und Erfahrung zu bündeln", sagte BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Draeger. Toyota gilt etwa bei Hybrid-Antrieben als führend. Die Batterien sind sowohl für die Kopplung von Verbrennungs- und E-Motoren wichtig, aber auch für reine Elektrofahrzeuge wohl der entscheidende Bauteil.

BMW-Dieselmotoren für Toyota
BMW wird Toyota zudem sowohl 1,6- als auch 2,0-Liter-Dieselmotoren liefern, die wohl die D-4D-Motoren in den Modellen Avensis, RAV4, Auris und Verso ersetzen werden. Über Stückzahlen und die finanziellen Rahmendaten machten die Firmen keine Angaben. Über die technische Zusammenarbeit hinaus ist keine gegenseitige Kapitalbeteiligung geplant. Auch bei anderen Kooperationen setzen die Münchner auf ihre Eigenständigkeit.

Den Verkauf von Motoren an andere Hersteller hat BMW bereits vor längerem zum Bestandteil seiner Strategie gemacht. Toyota ist allerdings das erste Schwergewicht der Branche. Zwar hatte der Riese in den vergangenen Monaten unter Massenrückrufen und der Bebenkatastrophe in Japan gelitten, gehört unter den Autobauern aber nach wie vor mit VW und General Motors zum weltweiten Spitzentrio.

Schwierigkeiten bei aktuellen Liefervereinbarungen
Bisher hat BMW etwa mit Saab einen Liefervertrag unterzeichnet. Doch wegen der möglichen Pleite des schwedischen Autobauers steht die Belieferung infrage. Der US-Polizeiwagenhersteller Carbon Motors will laut Abmachung von 2010 zwar mehr als 240.000 Dieselmotoren der Münchner beziehen, hat aber noch Probleme, den Wagen überhaupt auf die Räder zu stellen. Die Vereinbarung mit Toyota ist damit ein wichtiger Schritt für die Münchner im Motorengeschäft.

Dabei galt die Lieferung von Motoren trotz teils lang bestehender Kooperationen lange Zeit als heikel, denn Motoren sind nicht nur das Herz des Autos, sondern auch ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal für Marken. Doch die hohen Kosten für die Entwicklung zwingt viele Konzerne zur Zusammenarbeit, auch in diesem Punkt. Die Produktion vieler anderer Teile haben die Hersteller längst ausgegliedert. Seit langem sind etwa Scheinwerfer, Sitze, Airbags oder Fenster und ganze Komponenten wie Getriebe inzwischen überwiegend Zulieferteile.

Für die Münchner ist es nicht die erste Kooperation mit einem anderen Hersteller. BMW arbeitet bereits bei Hybridantrieben mit dem Motorenpartner PSA Peugeot Citroën zusammen und hat einen Motor gemeinsam entwickelt. Gerade für einen im Vergleich etwa mit Volkswagen eher kleinen Autobauer wie BMW werden solche Vorhaben zunehmend wichtiger.

Ganz oben auf der Wunschliste der Hersteller stehen Kostensenkungen. Ohne Zusammenarbeit ist das aber kaum zu schaffen. Die kostspielige Entwicklung alternative Antriebe hat den Druck dabei noch erhöht. Dass solche Projekte aber auch schwierig sein können, muss gerade Volkswagen mit seinem japanischen Partner Suzuki erleben.

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