Strom oder Sprit

Fiat Grande Panda: So klein und doch gigantisch

Motor
07.07.2025 05:00

Der klassische Fiat Panda genießt heutzutage eine gewisse Verklärung, obwohl er sicher nicht zu den besten Autos der Welt gehörte. Kein Wunder, dass Fiat nun mit dem Grande Panda die Retro-Knöpfe drückt und versucht, mit ein paar spielerischen Emotionen in der Welt der Klein(st)wagen zu reüssieren. Mit Sprit oder Strom.

Die letzten Pandas waren allesamt kleine, einigermaßen praktische, aber doch eher pragmatische als spannende Vertreter ihrer Art. Der Grande Panda bedient nun das Image der „flotten Kiste“, kantig, aber auch poppig und modern. Im Innenraum werden viele Details von damals zitiert. Aber eines nicht: Die klappsesselartigen Sitze der ersten Generation, deren Querstangen sich in die Knochen bohrten, bleiben Teil der Vergangenheit.

Obschon nur vier Meter lang und 1,76 m breit wirkt der Grande Panda etwas wie ein aufgeblasener und durch die Zeitmaschine gejagter Ur-Panda, aber der war mit 3,41 m Länge und 1,49 m Breite bekanntlich wirklich winzig.

Nett anzusehen sind die Design-Zitate auf die historische Teststrecke auf dem Dach des Fiat-Werks Lingotto oder auch der Bambus im Armaturenbrett – Pandas fressen schließlich Bambussprossen. Und der Neue ist ja sooo vernünftig: Im Innenraum sind für Stoffe und Verkleidungen unter anderem rund 140 recycelte Tetrapaks verarbeitet.

Mit dem kleinen Auto im Armaturenbrett möchte man die ganze Zeit spielen – aber es bewegt sich ...
Mit dem kleinen Auto im Armaturenbrett möchte man die ganze Zeit spielen – aber es bewegt sich nicht.(Bild: Stephan Schätzl)

Die Bedienung ist für ein neu entwickeltes Auto relativ einfach. Die Klimaeinstellungen etwa werden über physische Tasten vorgenommen, die allerdings teils etwas klein ausgefallen sind. Das bei vielen anderen Modellen notwendige Abtauchen in Menüs und Untermenüs erübrigt sich dadurch - ein nicht zu unterschätzender Sicherheitsgewinn.

Das Platzangebot geht für ein so kleines Auto mehr als in Ordnung, man kann es locker zu viert aushalten. In den Kofferraum passen je nach Art des Antriebs 412 bis 1366 Liter (Benziner) oder 361 bis 1315 Liter (Stromer).

(Bild: Stephan Schätzl)
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(Bild: Stephan Schätzl)

Grande Panda als Verbrenner …
Fiat nennt den Verbrenner-Panda „Hybrid“, was etwas übertrieben ist, denn es handelt sich lediglich um einen Mildhybrid. Der 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner leistet 101 PS und liefert tapfere 205 Nm Drehmoment, unterstützt von einem Turbolader sowie einem Elektromotor, der 21 kW/29 PS beisteuert. Da dessen 48-Volt-Batterie nur 0,876 kWh speichert, ist eigenständiges Stromfahren praktisch nicht drin. Geschaltet wird serienmäßig automatisch per Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Das teigige Getriebe des Ur-Pandas bleibt also mit den Campingsesseln auf dem alten Eisen.

Der Auspuff-Panda ist durchaus spritzig und bewegt seine gut 1,2 Tonnen in 10 Sekunden auf Tempo 100. Maximal sind 160 km/h drin.

Das eingelegte Türablagefach wirkt, als würde es klappern – aber es klappert nicht.
Das eingelegte Türablagefach wirkt, als würde es klappern – aber es klappert nicht.(Bild: Stephan Schätzl)

… und als Stromer
Mit Elektroantrieb kommt der Bär seinem Verbrenner-Bruder nicht nach. Zwar ist er mit 83 kW/113 PS etwas stärker, wegen seiner netto 43,8 kWh großen Batterie (die alleine 350 kg auf die Waage bringt) aber auch um rund 200 kg schwerer. Das maximale Drehmoment des PSM-Motors beträgt 300 Nm. Je nach Ausstattungsvariante dauert der Spurt 11 oder 11,5 Sekunden, bei 132 km/h wird gnadenlos abgeregelt.

Weil der Grande Panda kein Landstraßen-Heizer, sondern ein flinker Urbanizer ist, kommt kein Gefühl der Untermotorisierung auf. Der Antritt an der Ampel oder beim Einfädeln ist munter, aber nicht atemberaubend. Keine Spur von Überforderung, sondern einfach ein sympathischer Auftritt.

Die Optik wirkt ein wenig, als hätte man an einen Ur-Panda Pausbacken drangeschraubt.
Die Optik wirkt ein wenig, als hätte man an einen Ur-Panda Pausbacken drangeschraubt.(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
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(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)

Die Norm-Reichweite beträgt stadttaugliche 320 Kilometern vorlegt, geladen wird mit maximal 100 kW. Als Ladedauer gibt Fiat nicht den üblichen Wert von 10 bis 80 Prozent an, sondern den von 20-80%: 26 Minuten. Cooles Feature: Für 200 Euro Aufpreis bekommt der Nasenlader ein Spiralkabel zum Ausziehen. Nachteil: Damit kann man nur mit 4,6 statt mit 11 kW Wechselstrom laden.

Die Preise
Der Benziner steht ab 19.240 Euro in der Preisliste. Oberhalb der Ausstattung „Pop“, die eine manuelle Klimaanlage und einen Tempomaten, aber z.B. keine USB-Buchsen umfasst, gibt es noch „Icon“ und „La Prima“.

Der Stromer kostet als „Red“ mindestens 24.500 Euro, bringt aber bereits den 10,25 Zoll großen Uconnect-Touchscreen samt kabellosem Smartphone-Spiegeln, USB-C-Anschlüssen, höhenverstellbaren Vordersitzen und hintere Parksensoren mit. Klimaautomatik, Rückfahrkamera, Navi oder auch Isofix-Halterungen bleiben „La Prima“ vorbehalten. Sitzheizung ist bei beiden Antriebsvarianten nur gegen Aufpreis und nur in der Topausstattung erhältlich (Winterpaket um 450 Euro).

Fahrzit
Ein (Pixel-)Gesicht in der Menge, der Grande Panda. Nette Details machen ihn zu einer Art Pop-Art-Kleinwagen. Dass ein Vier-Meter-Auto den Namen Grande (Italienisch für groß) trägt, mag überraschen, aber im Vergleich zum Original könnte er auch Panda gigantesco heißen. Die echte Ausstrahlung ist bei einem Oldtimer dennoch größer, der Praxisnutzen nicht.

Warum?
Im Detail charmant gestaltet
Solide Technik

Warum nicht?
Das Kisten-Design hat dem Original besser gestanden

Oder vielleicht …
… Citroën (ë-)C3, Opel Frontera, Hyundai Inster, BYD Dolphin Surf, Renault 5 - oder auf Handschalter/Allradler warten

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