Die AK Wien hat abgefragt, um wie viel kürzer die Menschen gerne arbeiten würden. Das Resultat erstaunt: Für die meisten geht es nur um ein paar Minuten pro Tag - viele wollen sogar länger arbeiten.
Geht es nach den Ergebnissen einer neuen Umfrage der Wiener Arbeiterkammer, braucht es keine politische Diskussion über die 32-Stunden-Woche mehr: Im Durchschnitt wünscht sich Österreichs arbeitende Bevölkerung eine Arbeitszeitverkürzung um nur 72 Minuten pro Woche.
Ältere sind öfter arbeitsmüde
Innerhalb dieses Durchschnittswerts gibt es freilich auch Spitzenwerte in jede Richtung: Wer kurz vor der Pension steht, wünscht sich etwa bis zu 18 Stunden weniger Wochenarbeitszeit. Ebenso würden gerne jene, die deutlich mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten, im Schnitt einen halben Tag weniger arbeiten wollen. Dafür würden Menschen in Teilzeit-Arbeitsverhältnissen umgekehrt gerne bis zu viereinhalb Stunden länger arbeiten.
Erstaunliche Unterschiede je nach Branche
Auch innerhalb der einzelnen Berufszweige (siehe Grafik oben) gibt es große Unterschiede. Spannend etwa ist, dass Angestellte in der Gastro- und Hotellerie-Branche mit ihren Arbeitszeiten scheinbar zufrieden sind. Und wohl kaum jemand hätte gedacht, dass die Mitarbeiter der in Wien ansässigen internationalen Organisationen am meisten überlastet sind: Sie führen die Statistik mit dem Wunsch nach einer mehr als zehnprozentigen Arbeitszeitreduktion an.
Für AK-Wien-Chefökonom Markus Marterbauer sind die Umfrageergebnisse umso mehr ein Grund für mehr Flexibilität bei Arbeitgebern: Die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen seien „bescheiden“, wenn man den Wünschen der Arbeitnehmer nachkomme. Und es könne auch „ein erster Schritt“ zu einer 32-Stunden-Woche sein.









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