Verdächtiger in Haft

Erneut Terroranschlag in New York vereitelt

Ausland
21.11.2011 07:11
In New York ist nach Angaben der Behörden erneut ein Terroranschlag vereitelt worden. Wie Bürgermeister Michael Bloomberg am Sonntagabend mitteilte, wurde ein Mann festgenommen, der mit Rohrbomben Einrichtungen der Regierung und Soldaten angreifen wollte. Der 27-Jährige sei länger beobachtet worden. Am Samstag hätten die Fahnder zugegriffen, weil die Gefahr eines baldigen Anschlags bestanden habe. Der Mann habe allein gehandelt, aber beeinflusst vom Terrornetzwerk Al-Kaida.

Der 27-jährige Jose Pimentel (rechts im Bild) stammt aus der Dominikanischen Republik, ist aber US-Bürger und hat die längste Zeit seines Lebens in Manhattan verbracht. Der Mann habe die Anschlagspläne im Verhör grundsätzlich gestanden. Er sei daher in drei Punkten angeklagt worden.

"Das ist genau die Art von Gefahr, vor der das FBI immer warnt", sagte Bloomberg: "Ein Bürger unseres Landes, der vom Terrornetzwerk Al-Kaida indoktriniert wurde."

Der 27-Jährige habe als Einzelgänger gehandelt, er sei vom Terrornetz allerdings so sehr beeinflusst worden, dass er sogar seinen Namen habe ändern lassen wollen in Osama Hussein - aus Verehrung für den getöteten Terroristenführer Osama bin Laden und den hingerichteten irakischen Ex-Diktator Saddam Hussein.

"Einsamer Wolf" baute Rohrbomben nach Al-Kaida-Anleitung
Laut Polizeichef Raymond Kelly hatte der Mann mit einer Anleitung aus dem Internet und Teilen aus dem Baumarkt mehrere Rohrbomben gebaut. Damit habe er Regierungseinrichtungen wie Postämter und Polizeiautos angreifen wollen. Ein Hauptziel seien auch aus dem Ausland heimkehrende US-Soldaten gewesen.

Der mutmaßliche Extremist sei seit Mai 2009 observiert worden und habe nach bisherigen Erkenntnissen keine weiteren Komplizen. Er sei ein "einsamer Wolf", der die Anleitung zum Bombenbau aus einem Al-Kaida-Magazin entnommen habe, erklärte Kelly.

Al-Awlaki-Tötung gilt als Auslöser für geplante Anschläge
Auslöser für die mutmaßlichen Anschlagspläne des Mannes sei offenbar die Tötung des Islamisten Al-Awlaki gewesen, sagte Kelly. Al-Awlaki war Ende September bei einem mutmaßlichen US-Drohnenangriff im Jemen getötet worden (siehe Infobox). Er war nach US-Geheimdienstangaben einer der Führer des Al Kaida-Ablegers auf der arabischen Halbinsel und für den Tod vieler Zivilisten im Jemen verantwortlich. Zudem soll er Terrorpläne gegen die USA geschmiedet haben.

Laut Bloomberg war es der 14. vereitelte Anschlag seit den Angriffen vom 11. September 2001. "Er wollte hier bomben, weil diese Stadt für alles steht, was die Terroristen hassen", sagte Staatsanwalt Cyrus Vance. "Aber New York bleibt die Hauptstadt der Toleranz und unserer Wirtschaft."

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