Militär feiert

USA: Testflug von Hyperschall-Waffe erstmals erfolgreich

Ausland
18.11.2011 20:32
Waffen, die ihr Ziel auf jedem beliebigen Punkt der Welt in weniger als einer Stunde erreichen können: Die USA sind in der Entwicklung solcher sogenannter Advanced Hypersonic Weapons ein entscheidendes Stück vorangekommen. Nachdem ein Testflug im August ein unfreiwillig frühes Ende fand, hat eine Highspeed-Drohne nun erfolgreich ihr Ziel im Pazifik erreicht, wie das US-Verteidigungsministerium am Freitag bekannt gab.

Die neue "Advanced Hypersonic Weapon" - kurz AHW - wurde in der Nacht auf Freitag vom Raketentestgelände auf der hawaiianischen Insel Kauai abgefeuert. Eine dreistufige Rakete beförderte die Waffe auf die vorgesehene Flugbahn innerhalb der Erdatmosphäre und setzte sie anschließend frei. Der Flugkörper habe in weniger als einer halben Stunde sein Zeil, einen Stützpunkt auf dem rund 3.900 Kilometer entfernten Kwajalein-Atoll, das zu dem Marschall-Inseln im Südpazifik gehört, erreicht, erklärte eine Pentagon-Sprecherin.

Projekt verschlang 2011 rund 240 Millionen Dollar
Im Vergleich zum vorangehenden Versuch war der Test mit der Waffe allerdings jetzt einfacher, denn das Ziel des im August abgestürzten "Hypersonic Technology Vehicle 2" (HTV-2, siehe Bilder) lag in etwa 6.600 Kilometer Entfernung - die AHW musste nun somit nur etwa 60 Prozent der Strecke bewältigen. Daten des fehlgeschlagenen Versuchs waren dabei in den aktuellen Testflug eingeflossen.

Die AHW soll in der Lage sein, ihr Ziel mit hypersonischer Geschwindigkeit (mehr als Mach 5 oder fünffache Schallgeschwindigkeit) anzusteuern. Bei der HTV-2-Drohne war bis zu 22-fache Schallgeschwindkeit als mögliche Höchstgeschwindigkeit genannt worden. Das Programm ist Teil der US-Militärstrategie "Prompt Global Strike", das den USA rasche Militärschläge rund um den Globus mittels konventioneller Waffensystem ermöglichen soll. Konkret geht es um Waffen, die ihr Ziel auf jedem beliebigen Punkt der Welt in weniger als einer Stunde erreichen können, wie das Online-Portal space.com erläutert. Das Projekt verschlang im laufenden Jahr bereits rund 240 Millionen US-Dollar.

Einzige Alternative zu ballistischen Nuklear-Raketen
Die Überschall-Technologien könnten künftig für die Entwicklung von Waffen ebenso genutzt werden wie für die kommerzielle Luftfahrt. Das Pentagon hält jedenfalls trotz Sparmaßnahmen im Zuge der anhaltenden Finanzkrise an den Überschall-Technologien fest und ist davon überzeugt, dass die unbemannten Überschallflugzeuge den besten Ersatz für die interkontinentalen ballistischen Nuklear-Raketen darstellen.

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