16.11.2011 16:41 |

Wege des Schicksals

Psychologische Zeitreise: "Fenster zum Sommer"

Zeitreisen sind ein bewährtes Mittel im Kino, um die Protagonisten in andere Welten zu katapultieren, die in der Zukunft, Vergangenheit oder auch einem Paralleluniversum angesiedelt sein können. Die Hauptfigur wird aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen und plötzlich mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Wie verschlungen die Wege des Schicksals sind, stellt "Fenster zum Sommer" so dar.

Glücklich und geborgen sinkt eine junge Frau (Nina Hoss) in die Arme ihrer großen Liebe (Mark Waschke) und genießt ihren ersten gemeinsamen Sommerurlaub in Finnland. Umso härter ist das Erwachen am nächsten Morgen. Zu ihrem Entsetzen liegt sie auf einmal wieder im Bett ihrer alten Wohnung in Berlin und ist auf die Beziehung mit ihrem Exfreund (Lars Eidinger) zurückgeworfen.

Der Blick nach draußen bestätigt ihre Befürchtung. Es ist Winter und die Zeit scheint um einige Monate zurückgedreht zu sein. Mysteriöserweise ist sie die Einzige, die diese Situation so empfindet. Irritiert muss sie feststellen, dass ihr neuer Freund sie für eine Fremde hält, als sie ihn unter einem Vorwand anspricht.

Die Gewissheit, die unmittelbare Zukunft bereits zu kennen, setzt sie psychologisch massiv unter Druck. Damit liegt es nun in ihrer Hand, durch ihr Verhalten bestimmte Situationen zu steuern und somit das Leben ihrer Arbeitskollegin (Fritzi Haberlandt) zu retten. Zugleich ist sie fest davon überzeugt, jeden Schritt genau wiederholen zu müssen, damit sie an dem besagten Tag ihre große Liebe kennenlernt.

Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Christina Krisch zum Film:
Aus einem "Was wäre, wenn?"-Spiel rund um die verschlungenen Wege des Schicksals formt Regisseur Hendrik Handloegten eine rätselhafte, bisweilen logikfreie, aber auch philosophische Lovestory rund um eine Frau, die eine zweite Chance erhält. Nina Hoss überzeugt als zerbrechliche Suchende auf emotional dünnem Eis, das bei jedem Schritt zu knacksen scheint. Eine verwirrend-enigmatische Parabel über die Macht des Wünschens. Sich darauf einzulassen ist recht spannend, gilt es doch, auch die eigenen Lebenskoordinaten zu überprüfen.

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