Starkes 3. Quartal
Konsum schiebt die deutsche Wirtschaft kräftig an
Für Schwung sorgten im Sommer neben den konsumfreudigen Verbrauchern auch die Unternehmen, die wieder mehr in Maschinen, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen investierten. Dagegen gingen die Bauausgaben nach dem starken Jahresbeginn etwas zurück. Da Exporte und Importe etwa gleich stark zulegten, hatte der Außenhandel "kaum messbare Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal", schrieben die Statistiker.
"Trotz Gegenwind in den letzten Monaten - globale Abkühlung, Schuldenkrise in Europa und Marktturbulenzen - gibt es weiter Lebenszeichen der deutschen Wirtschaft", sagte UniCredit-Experte Andreas Rees. "Man sollte die deutsche Wirtschaft nicht unterschätzen."
BIP legte kräftig zu, doch jetzt kommt die Flaute
Im Vergleich mit dem Vorjahresquartal legte das Bruttoinlandsprodukt um kräftige 2,5 Prozent zu. Im Frühjahr waren es noch 3,0 Prozent gewesen. Bundesregierung, Forschungsinstitute und Wirtschaftsweise sagen für dieses Jahr ein Wachstum von rund drei Prozent voraus, erwarten 2012 aber nur noch rund ein Prozent.
In den kommenden Monaten droht Deutschland eine Flaute. Viele Experten befürchten eine stagnierende oder sogar schrumpfende Wirtschaftsleistung. "Wir rechnen mit einer milden Rezession im Winter", sagte Christian Schulz von der Berenberg Bank. Wie lange sie dauern werde, hänge sehr stark von der Schuldenkrise ab. "Wenn sie sich weiter ausweitet und die anderen Euro-Länder noch mehr sparen, bekommen wir das als stark exportabhängiges Land zu spüren", sagte auch Citigroup-Ökonom Jürgen Michels.
Sehr gutes Ergebnis im Vergleich zu anderen Euro-Ländern
Im Vergleich zu vielen anderen Euro-Ländern steht die deutsche Wirtschaft allerdings sehr gut da. Spaniens Wirtschaft stagnierte im Sommer, während die portugiesische sogar um 0,4 Prozent schrumpfte. Frankreich schaffte ein Plus von 0,4 Prozent.




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