Sie galt als eine der Musen von Regisseur Rainer Werner Fassbinder, oft verkörperte sie (für ihn) geheimnisvolle und rätselhafte Frauen-Rollen: Jetzt ist die Schauspielerin im Alter von 83 Jahren von dieser Erde gegangen.
Wie ihre Agentin unter Berufung auf die Familie am Freitag mitteilte, starb die Schauspiel-Ikone am Donnerstag in einem Krankenhaus in Heide (Schleswig-Holstein).
Das Atmen fiel ihr schwer
Seit vielen Jahren lebte Carstensen zurückgezogen in einem kleinen Dorf. Schon seit längerer Zeit konnte sie keine Rollen mehr übernehmen, weil sie gesundheitlich stark angeschlagen war. Seit Jahren litt die starke Raucherin an einem Lungenemphysem, das ihr das Atmen schwer machte.
Eine bemerkenswerte Filmografie
Carstensen wuchs in Kiel auf. Nach dem Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg spielte sie an verschiedenen Bühnen, von 1965 bis 1969 gehörte Carstensen zum Ensemble des Hamburger Schauspielhauses. 1969 wechselte sie nach Bremen, wo sie den charismatischen Theaterautor und Filmemacher Rainer Werner Fassbinder (1945-1982) kennenlernte. Mit ihm drehte sie Filme wie „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“, „Martha“ und „Chinesisches Roulette“.
Eine jahrelange künstlerische Zusammenarbeit verband sie auch mit Christoph Schlingensief (1960-2010), in dessen Film „100 Jahre Adolf Hitler - Die letzte Stunde im Führerbunker“ sie Magda Goebbels verkörperte und in dessen Medien-Persiflage „Terror 2000“ sie eine Detektivin spielte. Mit dem Regisseur Leander Haußmann drehte sie unter anderem die Ex-DDR-Komödie „Sonnenallee“. 2019 wurde sie in Berlin mit dem Götz-George-Preis für ihr Lebenswerk geehrt.
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