Bei der angeblichen Schmiergeld-Affäre um die Nationalbank-Tochterfima Österreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH geht es um vermutete Bestechungsgelder in zweistelliger Millionenhöhe, die für Aufträge nach Arabien transferiert worden sein sollen. Die Vorwürfe reichen von dubiosen Provisionen mit sogenannten Kick-backs bis hin zu Untreue und Verschleierung von Informationen vor dem Aufsichtsrat.
Die Notenbank selbst behauptet steif und fest, von der OeBS hinters Licht geführt worden zu sein. Wie berichtet, wurden zwei Vorstände der Tochterfirma gefeuert, mittlerweile hat es in der Causa auch vier Festnahmen gegeben: Der frühere OeBS-Chef, die Marketingleiterin und zwei Anwälte befinden sich in Haft.
"Ich mach' und dann vergess' ich"
Nun berichtet das "Wirtschaftsblatt" über eine gewisse Erika R. Die 73-jährige Schweizerin war eigenen Angaben zufolge für die Geldtransfers der OeBS zuständig. Sie spricht gegenüber dem Blatt ziemlich wirr über 14,5 Millionen Euro, die sie nach "Aufträgen aus Wien" an irgendwelche "Leute mit komischen Namen" überwiesen habe. Details kann oder will die Frau nicht wirklich nennen.
"Ich krieg' die Aufträge von Anwälten aus Österreich. (…) Ich erhalt' meine Instruktionen und sonst nix. (…) Ich mach' die Sachen und dann vergess' ich sie" - ein Auszug aus ihrer "Aussage".
Die Solo-Firma der Dame hat ihren Sitz übrigens in Panama - denn das sei in den 60er-Jahren eben "modern" gewesen. Selber sei Erika R. aber nie in Panama gewesen. Auch seien ihr der arabische Raum oder der Osten "unangenehm", sie reise viel lieber nach Spanien, dort habe sie ein Haus am Strand, erklärte sie dem "Wirtschaftsblatt".
Aus Sicht der Verdächtigen ist es wohl nicht unangenehm, mit einer so "vergesslichen" Partnerin zusammengearbeitet zu haben. "Weiß der Kuckuck an wen" (Zitat Erika R.) ist wohl nicht gerade das, was ein Ermittler hören will...










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