Neuer Staatschef

Rechter Ex-Militär Perez Molina soll Guatemala "retten"

Ausland
07.11.2011 09:18
Die Bürger Guatemalas haben den ehemaligen Militär Otto Perez Molina (im Bild mit Gattin und Kindern) zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. Bei der Stichwahl um das Amt des Staatsoberhauptes des mittelamerikanischen Landes lag der rechtsgerichtete 60-Jährige nach Auszählung nahezu aller Stimmen mit 54,5 Prozent uneinholbar vor seinem Rivalen, dem 41-jährigen Jungunternehmer Manuel Baldizon. Der nunmehrige Wahlsieger hatte versprochen, das vom Drogenkrieg gezeichnete Land um jeden Preis wieder sicher zu machen.

Perez Molina, Chef der Patriotischen Partei und früherer General der guatemaltekischen Streitkräfte, war als Favorit in die entscheidende Wahl gegangen. Beide Kandidaten versprachen dem von Kriminalität, Gewalt und Armut geschwächten Land mehr Sicherheit, vor allem Balizon war es allerdings, der durch populistische Versprechen Bekanntheit erlangte. Er hatte unter anderem die Todesstrafe für schwere Gewaltverbrechen gefordert und Armen und Alten finanzielle Hilfe in Aussicht gestellt.

Baldizon wurde dafür kritisiert, vom linken ins rechte politische Lager gewechselt zu sein. Zugleich setzte er sich gegen Gerüchte zur Wehr, seine Partei habe Gelder von Drogenbanden erhalten.

Perez: "Armee gegen Drogenbanden"
Perez Molina ist der erste Vertreter aus den Reihen der Armee, der seit dem Ende der Militärdiktatur vor 25 Jahren wieder an die Spitze des mittelamerikanischen Landes rückt. Der Offizier außer Dienst, der am Ende des blutigen Bürgerkrieges (1960-1996) in Guatemala das Friedensabkommen aushandelte, gilt als konservativer Hardliner, der vor allem die Kriminalität mit harter Hand bekämpfen will.

Menschenrechtsaktivisten werfen Perez Molina vor, während des Bürgerkriegs für zahlreiche Massaker an der indigenen Bevölkerung verantwortlich zu sein. Er kündigte nun unter anderem an, im Kampf gegen Drogenbanden auch die Armee einzusetzen.

"Ich werde unermüdlich dafür arbeiten, dass wir in Sicherheit leben können", so Perez Molina bei seiner Abschlusskundgebung seines Wahlkampfes. Baldizon hielt bei seiner letzten Veranstaltung vor der Stichwahl dagegen: "Wir werden nicht mehr in die Vergangenheit zurückkehren." Guatemala müsse sich erneuern.

Massenhaft Morde
Der neue Präsident tritt sein Amt als Nachfolger des linksorientierten Präsidenten Alvaro Colom am 14. Jänner 2012 an und übernimmt ein mehr als schweres Erbe. Guatemala ist mit 14,4 Millionen Einwohnern das größte Land in Zentralamerika. Mit bis zu 50 Morden auf 100.000 Einwohner gehört es nach El Salvador und Honduras zu den Ländern mit der höchsten Mordrate in Amerika. Die Gewalt hängt vor allem mit der Drogenkriminalität zusammen.

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