"Gelddruck-Affäre"

Ex-Geschäftsführer weist Schmiergeld-Vorwürfe zurück

Österreich
06.11.2011 10:53
In der "Gelddruck-Affäre" um mögliche Schmiergeldzahlungen bei der Nationalbanktochter Oesterreichische Banknoten und Sicherheitsdruck GmbH (OeBS) wehrt sich der Hauptverdächtige. W., bis vor Kurzem einer der beiden OeBS-Geschäftsführer, habe nie etwas bekommen, sagte sein Anwalt Manfred Ainedter am Sonntag gegenüber dem Ö1-"Morgenjournal".

W. sitzt seit Anfang vergangener Woche wegen Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft, der Anlass waren dubiose Provisionszahlungen in Höhe von 14,5 Millionen Euro an eine Firma in Panama, die von der ehemaligen ebenfalls verhafteten OeBS-Marketingleiterin durchgeführt und von W. genehmigt worden sein sollen.

Die interne Revision soll für diese Zahlungen keine angemessenen Leistungen gefunden haben. Die Ermittler vermuten, dass über zwei ebenfalls in U-Haft sitzende Anwälte Kick-back-Zahlungen an involvierte Personen geflossen sind.

W.: "Provisionen durch Aufträge gedeckt"
Der ehemalige Geschäftsführer bestreitet dies nun vehement. Außerdem, so verteidigt er sich laut "Morgenjournal" in der U-Haft, seien die Provisionen durch Aufträge gedeckt gewesen. Auch der Aufsichtsrat sei über die Zahlungen informiert worden. Der Nationalbank sei dadurch kein Schaden entstanden, zitiert Ainedter seinen Mandanten.

Die Nationalbank wollte sich dazu am Sonntag nicht mehr äußern. "Wir sagen zu diesem laufenden Verfahren gar nichts. Das läuft bei der Staatsanwaltschaft", sagte ein OeNB-Sprecher. "Wir sind an einer raschen und umfassenden Klärung sehr interessiert und werden die Behörden in ihrer Arbeit unterstützen", wurde bekräftigt.

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