Chinesin klagt Klinik
Baby fälschlich für tot erklärt und wie Müll entsorgt
Die Online-Zeitung "Foshan News" berichtete, die Schwägerin der Mutter habe eine halbe Stunde nach der vermeintlichen Totgeburt die Ärzte gebeten, einen Blick auf die Leiche werfen zu dürfen. Ihr sei ein gelbes Plastiksackerl überreicht worden, in dem sich das Neugeborene befand - und zwar lebendig. "Ich öffnete es und sah, wie sich die Hände und Füße des Babys bewegten", zitierte die Zeitung die Tante. Es wurde auf die Intensivstation gebracht. Sein Zustand sei stabil.
Weiters berichtete die Tante, dass das Kind ein Bub war und kein Mädchen, wie der Familie zuvor mitgeteilt worden war. Der Zeitung zufolge wollten die Krankenschwestern durch ihre "Lügengeschichte" den Schmerz der Eltern lindern: Ein Bub ist in China, wo Eltern nur ein Kind bekommen dürfen, wichtiger als ein Mädchen.
Mutter fordert 34.000 Euro Schadenersatz
Die Mutter des Neugeborenen, Liu Dongmei, will der Zeitung "Beijing News" zufolge das Krankenhaus nun auf Schadenersatz in Höhe von 300.000 Yuan (rund 34.000 Euro) verklagen. Der Leiter der Geburtsstation und zwei Krankenschwestern seien bereits vom Dienst suspendiert worden, hieß es. Vertreter des Krankenhauses wollten zu dem Vorfall keine weitere Stellungnahme abgeben.
Das einst angesehene chinesische Gesundheitssystem ist inzwischen überlastet, stark unterfinanziert und - vor allem auf dem Land - geprägt von einer mangelhaften Versorgung der Patienten.







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