Ein starker Anstieg bei PV-Anlagen im vergangenen Jahr in Tirol sorgt dafür, dass immer mehr Personen selbst Strom produzieren. 3300 neue Anlagen wurden 2022 errichtet. Deshalb will das Land Tirol Kapazitäten bei der Beratung aufgestockt.
Geht man nach einer Umfrage der Energieagentur Tirol, beabsichtigen 40 Prozent der Tirolerinnen und Tiroler innerhalb der nächsten drei Jahre eine Installation einer PV-Anlage. Sieben Prozent geben an, bereits Sonnenstrom selbst zu produzieren. Energielandesrat LHStv Josef Geisler sieht Tirol auf der Überholspur und will die Bürokratie dafür abbauen: „Neun von zehn PV-Anlagen werden künftig weder einer Anzeigen- noch einer Genehmigungspflicht unterliegen. Umgelegt auf das Jahr 2022 bedeutet das eine Ersparnis von 2.800 Verfahren.“
Bei Großanlagen und größeren Freiflächenanlagen wollen wir eine geordnete Entwicklung. Das sieht auch die Bevölkerung so.
LHStv Josef Geisler
Erleichterungen geplant
Möglich machen soll diese Erleichterung in der Tiroler Bauordnung und im Raumordnungsgesetz, die im Juli vorgelegt und am 1. September in Kraft treten soll. Gebäudenähe PV-Anlagen, also Anlagen auf Dach- oder Wandflächen, die in einem maximalen Abstand von 30 Zentimetern zur Dachhaut oder auf Flachdächern mit einer maximalen Neigung von 15 Grad errichtet werden, sind künftig bis zu 100 Quadratmeter weder anzeige- noch bewilligungspflichtig. Bislang waren es 20 Quadratmeter. Ab 100 Quadratmetern braucht es für gebäudeanliegende PV-Anlagen auch nur eine Bauanzeige, aber keine Baugenehmigung. Frei stehende PV-Anlagen bis 100 Quadratmeter können im Freiland zudem ohne Widmung errichtet werden.
Laut Geisler sind PV-Anlagen in unmittelbarer Wohnumgebung positiv. Deutlich geringer fällt die Zustimmung zum PV-Ausbau auf der grünen Wiese aus. Dieser wird aber immerhin noch von knapp einem Viertel der Befragten ausdrücklich befürwortet. Dieser Wert sinkt auf knapp ein Fünftel, wenn die Anlagen in unmittelbarer Nähe errichtet werden sollen. „Energieunabhängigkeit und Bürokratieabbau sind wichtige Ziele. Bei Großanlagen und größeren Freiflächenanlagen wollen wir eine geordnete Entwicklung. Das sieht auch die Bevölkerung so“, so Geisler.
Um künftig gerüstet zu sein, rüstet man sich beim Land und der Energieagentur Tirol. Heuer wurden bereits 550 Beratungen und Informationsgespräche geführt. Kapazitäten dafür wurden bereits aufgestockt. Weitere Informationen finden sich unter www.energieagentur.tirol sowie unterwww.tirolsolar.at.








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