Nach einer blutigen Hammerattacke in Innsbruck erfanden ein Serbe (35) und seine verletzte Gattin eine Überfallgeschichte. Die misshandelte Frau schwieg, doch für ihn setzte es im vergangenen November 17 Jahre Haft, die das Oberlandesgericht am Donnerstag in einem Berufungsprozess reduzierte.
Schläge mit dem Hammer, dann noch ein heftiger Tritt gegen den Kopf - mit unfassbarer Brutalität war der Serbe in der Innsbrucker Wohnung gegen seine Gattin vorgegangen. Geschworene werteten dies beim Prozess im vergangenen November als Mordversuch. Die Frau hatte noch Glück, die blutenden Wunden blieben ohne Dauerfolgen.
Ihr Kopf ist kaputt. Jemand hat versucht, sie umzubringen.
Der Serbe damals via Notruf
Nach der Tat rief der Serbe den Notruf. „Ihr Kopf ist kaputt. Jemand hat versucht, sie umzubringen“, lautete das Märchen. Von einem Überfall nach ihrem Nachtdienst war die Rede - auch seitens der Frau!
Überall weggewischte Blutspuren
Die Ermittler setzten Luminol ein (macht Blutreste sichtbar) und staunten - überall in den Räumen waren Blutspuren. In einer Werkzeugkiste stieß man auf einen Hammer mit Blutresten - die mutmaßliche Tatwaffe. Entsetzliches offenbarte dann noch ein zum Vorschein gekommener Abdruck eines Frauenschuhs: Das Opfer hatte wohl selbst ihr Blut vom Boden aufwischen müssen!
Trotz dieser Leidensgeschichte blieb die Frau beim ersten Prozess stumm und belastete den Mann nicht. In einem Briefwechsel mit dem damaligen U-Häftling war aber von der schlimmen Misshandlung die Rede und er räumte den „schweren Fehler“ ein.
Zwei Punkte zusätzlich als mildernd gewertet
Das Oberlandesgericht wertete bei der Berufung am Donnerstag zwei Punkte als mildernd, die zuvor zu wenig berücksichtigt worden seien: seinen Notruf und dass er beim Mordversuch doch nicht vorbestraft war (ein anderes Verfahren gegen ihn war knapp noch in der Berufungsphase). Somit ergingen statt 17 Jahren nun 15 Jahre Haft.
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