Sa, 18. August 2018

Umgeknickt

16.09.2011 16:56

So helfen Nadeln, Kräuter und TCM bei Verstauchung

Du läufst den Weg entlang, plötzlich eine Mulde, der Fuß knickt ein, heftige Schmerzen zwingen zum sofortigen Abbruch des Trainings. Verstauchungen zählen zu den häufigsten Verletzungen und bringen sowohl Profi- wie auch Hobbysportler zu Fall. Traditionelle chinesische Medizin (TCM) hilft rasch wieder auf die Beine.

"Besonders Mannschaftssportarten mit Körperkontakt, Sprints, abruptes Bremsen und schnelle Richtungswechsel – man denke nur an Fußball, Handball, Tennis usw. – bringen oft Verstauchungen mit sich", so Dr. Karl Zippelius, Leiter des Zentrums TCM im Sport am Institut für Sportmedizin in Wien. "Diese Verletzung entsteht durch Umknicken oder Verdrehen von Beinen und Armen. Dabei verschieben sich die Gelenkflächen kurzfristig, Muskeln, Sehnen und Bänder, die das Gelenk schützend umgeben, werden überdehnt." Der Fuß schwillt an, das Gelenk lässt sich nicht mehr belasten und kaum bewegen. Nur der Arzt kann erkennen, in welchem Ausmaß Weichteile, Knochen oder Gelenke betroffen sind.

Die richtigen Sofortmaßnahmen können die Heilung positiv beeinflussen. Lassen Sie sich dabei vom – durch die TCM etwas abgewandelten – PECH-Schema leiten:

P steht für Pausieren. Hochlagern, aber nicht ganz ruhigstellen, sonst wird der Energiefluss in den Meridianen verlangsamt. Anregen kann man ihn mit kleinen Bewegungen ohne Belastung. Wenn nicht anders ärztlich verordnet, etwa mit sanftem Kreisen oder Wippen des Fußes.

E wie Eis. In der TCM gilt: Kälte "zieht zusammen", verringert den Energie- und Blutfluss und ist dem Heilungsprozess letztendlich hinderlich.

"Die Eistherapie blockiert lediglich Blut- und Flüssigkeitsaustritt sowie Schmerzempfindung ohne wesentlichen weiteren Nutzen. Daher sollte man nur unmittelbar nach der Verletzung Eis oder Eisspray anwenden", erläutert Dr. Zippelius. "Aus Sicht der TCM ist es ratsamer, statt Eistherapie gleich nach der Kompression mit der Anwendung von Pflanzenumschlägen und Einreibemitteln zu beginnen. Damit werden nicht nur Schmerzen, Bluterguss und Schwellung behandelt, sondern auch körpereigene Heilungsprozesse angeregt."

C - Compression: Zunächst mit bloßen Händen Druck auf die verletzte Stelle ausüben, nach einigen Minuten den Knöchel mit einer elastischen Binde stützen. Bei leichteren Verletzungen ist eine Kompression nur für kurze Zeit nötig, danach mit sanften Massagen und Bewegungen beginnen.

H - Hochlagern, um den Rückstrom des Blutes und der Flüssigkeiten zum Herzen zu begünstigen. Leichtes "Spielen" mit den Zehen fördert die Blutzirkulation.

Im weiteren Verlauf – am besten unter physiotherapeutischer Anleitung – das Sprunggelenk durch regelmäßige Bewegung mobil halten und damit Blut- sowie Energiefluss in den Meridianen anregen.

Bei der Behandlung von Sportverletzungen kann man zusätzlich die Erfahrungen der "traditionellen chinesischen Traumatologie" nutzen, die auf der TCM basiert. Dazu gehören Akupunktur, manuelle Massagetechniken sowie äußerliche und innerliche Anwendung von Kräutermischungen zur Schmerzbekämpfung sowie raschen Genesung. Die Therapie wird auf die individuelle energetische Konstellation des Patienten und die Phasen der Heilung abgestimmt. Ist diese verzögert, so kann das etwa auf eine Schwäche der Nieren- und Milzenergie hinweisen, die sich durch Kräutergaben ausgleichen lässt.

Mit Akupunktur lassen sich z.B. die negativen Folgen einer eventuell nötigen Ruhigstellung abschwächen. Bewegungsmangel verlangsamt den Energiefluss im Bereich des Knöchels und der "Leberenergie", was nicht nur zu dauernden Schmerzen führt, sondern auch innere Unruhe, Ungeduld und Gereiztheit auslöst. Gezielte Nadelstiche lindern Beschwerden, entspannen die Muskeln und das Gemüt.

"Besonders empfehlenswert sind chinesische Kräuterauflagen und -tinkturen als Akutbehandlung von Schmerzen, Schwellung und Bluterguss. In der Orthopädie und Traumatologie werden 80 verschiedene Pflanzenstoffe angewandt und nach strengen Regeln vermischt, um sie genau auf die Bedürfnisse des Patienten abzustimmen. Auf diese Weise berücksichtigt man verschiedene Aspekte und Prozesse der Heilung und der Person", erklärt Dr. Zippelius. Außerdem verringert TCM-Behandlung mit Akupunktur, Massage und Kräuteranwendungen das Risiko für Spätfolgen.

Info: Eine Liste mit TCM-Apotheken bzw. TMC-Therapeuten gibt es unter info@drzippelius.com.

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