Historie der Blasmusik

Von der Knochenflöte zum Woodstock der Blasmusik

Tirol
09.03.2023 19:00

Das Brixental steht Ende März auch 2023 ganz im Zeichen des Winter Woodstock der Blasmusik. Das Musikgenre mit dem „Blech“ boomt unaufhaltsam, wir werfen daher im folgenden Beitrag einen Blick auf die Historie der Blasmusik.

Nach dem letztjährigen Riesenerfolg des Winter Woodstock der Blasmusik erlebt diese dreitägige Veranstaltungsreihe im Zeichen des „Blechs“ von Freitag, dem 24. bis Sonntag, den 26. März, seine mittlerweile zweite Auflage in den Gemeinden Brixen, Kirchberg und Westendorf. Im Tal auf der großen Hauptbühne, auf den Bergen und in den Hütten wartet auch 2023 ein abwechslungsreiches, großartiges Programm auf die Besucher aus nah und fern. Ein guter Grund, vorab einen Blick auf die Kulturgeschichte der Blasmusik zu werfen, welche die Menschheit seit ihrem Beginn an begleitet.

Schon in der Steinzeit wollte man musizieren
Ein steinzeitlicher Eiszeitjäger schnitzte eine Flöte aus einem Schwanenknochen. Mehr als 35.000 Jahre später wird das Instrument im Geißenklösterle, einer Höhle bei Blaubeuren auf der Schwäbischen Alb, gefunden und gilt seither als ältestes erhaltenes Musikinstrument Europas. Im Laufe der Entwicklung wurden Hörner von Rindern, Muscheln und andere sehr einfache Blasinstrumente von Naturvölkern, hauptsächlich bei religiösen Ritualen, eingesetzt – wie beispielsweise die in der Bibel überlieferten „Posaunen von Jericho“.

Blasinstrumente dienten als militärische Signale
Trompeten, Hörner und Trommeln wurden in den Hochkulturen der Antike wie in Ägypten, China, Griechenland und Rom für militärische Zwecke eingesetzt. In der Antike und im Mittelalter wurden diese Instrumente jedoch hauptsächlich von den Armeen zur Signalgebung und nicht zum Musizieren verwendet.

Wenn eine Melodie zum Marschieren gewünscht wurde, wurden Instrumente wie Flöte oder Dudelsack bevorzugt. Im Mittelalter führte dies dazu, dass je nach Bedarf verschiedene Musiker von verschiedenen Kompanien angeheuert wurden: Die Kavallerie benötigte Trompeten, Hörner und Trommeln, während die Fußsoldaten Pfeifen und Dudelsäcke bevorzugten. Nun springen wir in die Frühe Neuzeit, in das 18. Jahrhundert. Gegen Ende dieser Epoche etablierten sich in den Hauptstädten Europas Freiluftkonzerte von Militärkapellen.

 Französische Revolution machte Blasmusik populär 
Zur Zeit der Französischen Revolution wurden die ersten konzertanten Blasorchester mit der heute weitverbreiteten chorischen Besetzung der Holz- und Blechbläser und einem Schlagzeugsatz gegründet. Diese Orchester wurden vor allem bei großen Revolutionsfeiern im Freien eingesetzt, da Blasinstrumente lauter als Streichinstrumente klingen und somit im Freien besser zu hören sind.

Mitte des 19. Jahrhunderts waren populäre Konzerte von Amateur- und Volksmusikkapellen sowie von Militärkapellen in ganz Europa ein regelmäßiger Bestandteil des Gemeinschaftslebens. Zahlreiche Blasorchester im süddeutschen Raum und in Österreich haben in dieser Zeit ihren Ursprung. Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges zerfiel das blühende Militärmusikwesen der Donaumonarchie und damit auch die Vorbildfunktion dieser Orchester für das zivile Blasmusikwesen.

Das Blasmusikwesen der Gegenwart in Österreich
Der Neuaufbau des Blasmusikwesens in Österreich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges führte ab dem Jahr 1947 zur Gründung von Landesverbänden, die sich 1960 zum Österreichischen Blasmusikverband (ÖBV) zusammenschlossen. Dem ÖBV gehören alle österreichischen Landesverbände sowie der Südtiroler und der Liechtensteiner Blasmusikverband an. Das sind insgesamt 2163 Orchester mit rund 143.000 aktiven Musikerinnen und Musikern. Die Österreichische Blasmusikjugend (ÖBJ) ist eine der größten ehrenamtlichen Jugendorganisationen in Österreich. Sie hat rund 80.000 Mitglieder.

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