Die Jagdstatistik des Landes Tirol zeigt für 2022 einen Anstieg der Abschusserfüllung. Insgesamt sind 22 Tuberkulose-Fälle bei Rotwild bekannt, Rinder blieben in den betroffenen Gebieten zum Glück verschont. Nun will man den Fokus auf den Klimawandel richten.
Trotz erschwerter Bedingungen für Jäger, etwa durch die Beunruhigung von Freizeitnutzer, stieg der Gesamtabgang (das sind Abschüsse und Fallwild) auf über 90 Prozent. Das ist eine leichte Zunahme im Vergleich zu 2021. Während man im Bezirk Kufstein die Mindestvorgabe zur Entnahme übertraf, blieb man in Osttirol deutlich darunter. Grund dafür waren die Bekämpfung des Borkenkäfers und die Aufarbeitung des Schadholzes. „Die Jägerinnen und Jäger haben eine hohe Verantwortung und leisten einen wesentlichen Beitrag für die Gesundheit von Wild, Wald und Mensch“, sagt LHStv. Josef Geisler.
Leichte Entspannung bei der Tuberkulose-Seuche
Bei 22 von 39 Tieren in den Bezirken Reutte und Landeck bestätigte sich der Verdacht auf Tuberkulose (TBC). Diese Seuche wird im Zuge der Alpung auch auf Rinder übertragen und kann zudem Menschen befallen. Die gute Nachricht: Von 7000 untersuchten Rindern in den Risikogebieten gab es keinen positiven Fall. „Die Seuchenbekämpfung ist und bleibt ein vordringliches Anliegen“, so Geisler weiter.
Schutz der Wälder beschäftigt Jägerschaft
Weiter vor Herausforderungen wird die Jägerschaft durch den Klimawandel gestellt. Der Wald, der vor Naturgefahren schützt und gleichzeitig als CO₂-Speicher dient, müsse etabliert werden. Klimafitte Baumarten und widerstandsfähige Mischwälder seien dafür notwendige Maßnahmen.
Wärmere Sommer und Winter sorgen dafür, dass Gämsen häufiger in sogenannten Hitzestress kommen.
Landesjägermeister Anton Larcher
Auch die Tierwelt sei beeinflusst, wie Landesjägermeister Anton Larcher erklärt: „Gämsen sind an das raue Gebirgsklima der Alpen angepasst. Wärmere Sommer und Winter sorgen dafür, dass Gämsen häufiger in sogenannten Hitzestress kommen. Sie überhitzen und müssen ihre Aktivität einschränken.“
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