Kitzbühel präsentiert sich in der laufenden Hahnenkamm-Woche im dezenten Weiß. Doch war das immer so? Wann bildet sich in der Gamsstadt eine geschlossene Schneedecke? In einer Studie befasste sich der Kitzbüheler Skitourismusforscher Günther Aigner mit dieser Frage und entdeckte Spannendes.
Das Hahnenkamm-Wochenende steht vor der Tür und Kitzbühel präsentiert sich zumindest angezuckert – nachdem abseits der technischen Beschneiung wochenlang die Farben braun und grün die Landschaft dominierten. „Der 18. Jänner ist sehr wahrscheinlich der heurige Einschneizeitpunkt, denn es bleibt ja vorerst kalt und ein paar Zentimeter Schnee könnten noch folgen“, sagt der Kitzbüheler Skitourismusforscher Günther Aigner. Mit Einschneizeitpunkt ist der Beginn der dauerhaften Schneedecke gemeint.
Dazu verfasste Aigner eine Studie, die bis ins Jahr 1978 zurückreicht und Spannendes rund um das „Zuaschneibn“ bietet:
Am 11. Jänner war es schon wieder vorbei
Zu den Kuriositäten zählt der Winter 2006/07: Damals begann die Schneedecke recht normal am 17. Dezember. Doch schon 25 Tage später, am 11. Jänner, war es mit der weißen Pracht wieder vorbei. Ein pünktlicher Winterstart heißt also noch nicht viel“, blickt Aigner auf das umfangreiche Datenmaterial der ZAMG (nun GeoSphere Austria). Weil die ZAMG ab 2019/20 keinen Beobachter für Kitzbühel mehr fand, erhob Aigner die folgenden Daten auf dem örtlichen Fußballplatz selbst. Insgesamt, so analysiert der Forscher, zeige sich beim „Zuaschneibn“ in den beobachteten 45 Jahren kein signifikanter Trend.
„Insgesamt zeigt sich in den beobachteten 45 Jahren in Kitzbühel kein signifikanter Trend, was den Einschneizeitpunkt betrifft.“
Günther Aigner
Für Rennen sind eher die Temperaturen relevant
So schön auch die TV-Bilder sind – eine natürliche Schneedecke ist für das Hahnenkamm-Rennen eher zweitrangig. Wichtig sind die Temperaturen, die eine künstliche Beschneiung zulassen. Heuer wurden für Streif und Ganslernhang mit rund 100 Schneeerzeugern rund 150.000 Kubikmeter Kunstschnee produziert. Sechs Pistenmaschinen waren insgesamt 500 Stunden im Einsatz. Regen und Wärme ließen das Schneevolumen wieder um 30 bis 40 Prozent schrumpfen, doch die Reserven sind enorm. Sollte „Frau Holle“ doch noch aktiv werden, hält die Bergbahn eine Flotte von Pistengeräten samt drei großen Schneefräsen bereit. Plus Hunderte Helfer, die notfalls 24 Stunden schuften. Letzter Stand: Es wird kalt, aber maximal leichter Schneefall ist prognostiziert.
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